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Wem gehört das weltweit mächtigste Privatunternehmen?

Mächtigste Unternehmen der Welt
Foto: Dan Smith

(AK) Auf der ganzen Welt finden sich riesige Konzerne, die wie Giganten die Wirtschaft und Finanzwelt dominieren. Insbesondere im Finanzsektor sitzen die mächtigsten Privatunternehmen der Welt. Unter dem Namen „Global 2000“ werden Listungen veröffentlicht, in denen die größten privaten Konzerne verzeichnet werden.

Die Nummer Eins – Federal Reserve Bank der Vereinigten Staaten

Umsätze, Gewinne und der Wert des Anlagevermögens sind die Merkmale, nach denen festgelegt wird, welche Privatunternehmen in die Top 10 Einzug halten. Allerdings sind die Konzerne meist so verschachtelt, dass der wahre Besitzer nicht hundertprozentig eruiert werden kann. Daher findet das weltweit mächtigste Privatunternehmen, welches seinen Sitz in den USA hat, in den Verzeichnissen von „Global 2000“ nicht einmal Erwähnung. Schließlich ist nicht einmal für die US-Abgeordneten klar ersichtlich, wie die Besitzverhältnisse aussehen. Eine rechtliche Grundlage für eine Einsicht der Bücher gibt es nämlich nicht. Dies ist insbesondere verwunderlich, da dieses Unternehmen die Kontrolle über die Leitwährung der gesamten Welt ausübt. Auch wenn der Name, „federal“ steht ja für „bundesstaatlich“, etwas anderes vermuten lässt und selbst die US-Bürger es nicht ahnen, die Notenbank ist ein reines Privatunternehmen. Seit 1913 ist dieses Unternehmen mit dem unwiderruflichen Recht ausgestattet, die US-Währung in Umlauf zu bringen. Zwar muss der Konzern natürlich dem US-Kongress gegenüber beschränkt Rechenschaft ablegen, aber zur Einsicht der Notenbankbücher ist dieser nicht berechtigt.

Die Konkurrenz – alle privat und alle geschlagen

Auch die Bank von England, bei der es sich um eine der ältesten Notenbanken handelt, war zunächst über viele Jahrhunderte in privater Hand. Wilhelm von Oranien legte nach seiner Krönung zum englischen König 1694 den Grundstein zur Notenbankgründung. Wem die Bank allerdings tatsächlich gehörte, darüber herrscht Schweigen. Es wurde einzig bekannt, dass die Bank von England 1946 verstaatlicht worden sei.

1790 wurde auf Betreiben der noch jungen amerikanischen Regierung unter der Leitung von Alexander Hamilton eine Gruppe von privaten Bankiers mit den Rechten zur Gründung einer Zentralbank ausgestattet. Die Lizenz für die First Bank of the United States sollte 20 Jahre Bestand haben und wurde 1810 nicht mehr verlängert. Doch auch bei dieser Zentralbank lagen und liegen die Namen der Besitzer im Dunkeln.

1816 wurde erneut eine Lizensierung für eine private Notenbank durchgeführt, die als Second Bank of the United States in die Geschichte eingehen sollte. Doch auch diese Notenbank hatte nach 20 Jahren keine Chance auf eine Lizenzverlängerung und auch hier blieben die Inhaber im Untergrund.

Mächtige Unternehmer bleiben gern unerkannt

Besitzverhältnisse geben also alle Finanzmagnaten nicht gerne preis. Selbst US-Abgeordnete und Präsidentschaftskandidaten haben keine Chance, die Hintermänner der Federal Reserve Bank ausfindig zu machen. Zudem dürfte den meisten Menschen gar nicht klar sein, welche Bedeutung die Geheimhaltung der Besitzverhältnisse der weltweit führenden Notenbank eigentlich hat. Das weltweit finanzkräftigste Privatunternehmen verfügt zwar über einen namentlich genannten Vorsitzenden und dieser steht dem US-Kongress regelmäßig Rede und Antwort, doch gilt, davon kann man ausgehen, seine Loyalität wohl eher den Inhabern der Federal Reserve Bank.

Die Weltmacht in den Händen von Unbekannten – kein Science Fiction, sondern Realität

Bedenkt man, dass die Vereinigten Staaten von Amerika bei der Federal Reserve Bank mit mehreren Billionen Dollar in der Kreide stehen und für diese Schulden die Bürger der USA mit ihrer zu versteuernden Arbeitskraft einstehen müssen, so kann es einem schon recht irreal vorkommen, dass der mächtigste Staat der Welt nicht einmal weiß, bei wem er da eigentlich verschuldet ist.

Finanzielle Weltmacht – die Gefahren

Das Forbes Magazin gibt als reichsten Männer der Welt Carlos Slim, Bill Gates und Warren Buffet an. Doch sind dies wirklich die finanziell einflussreichsten Männer, die die Welt gesehen hat? Könnte sein, sofern einer von ihnen zufällig auch der Besitzer der Federal Reserve Bank ist. Doch die Namen der Bankiers unterliegen strengster Geheimhaltung. Da niemand weiß, wer die mächtigsten Männer im Rücken des militärisch mächtigsten Staates der Welt sind, darf über ein enormes Gefahrenpotential munkeln, dass durch die Privatisierung eines so einflussreichen Instrumentes wie die Notenbank entstanden ist. Die Namen der Verantwortlichen, in denen die Währungspolitik der USA liegt und die damit über die Leitwährung durchaus auch Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft nehmen, derart zu verschleiern, muss sicherlich seinen Grund haben. Man fragt sich allerdings, wie es um eine Demokratie bestellt ist, in der die Wähler nicht nachvollziehen können, wer eigentlich wirklich die Fäden in der Hand hält. Obwohl der Einfluss der Federal Reserve Bank natürlich weltweit seine Auswirkungen hat, interessiert man sich in den anderen Ländern komischer weise eher dafür, was in Hollywood an Skandalen kursieren, als dafür in wessen Händen die finanzielle Zukunft der Welt liegt. Das liegt aber vielleicht einfach daran, dass über die Federal Reserve Bank so gar keine Informationen nach aussen dringen und man sich deshalb einfacher auf die regelmäßig veröffentlichte Liste von weltweit größten Unternehmen aus dem Forbes Magazin verlässt. Doch werden hier nur börsennotierende Konzerne gelistet. Die Besitzer der Federal Reserve Bank aber halten das gesamte Anteilpaket selbst in Händen.

Amerika ist weit – die Deutsche Bundesbank ist nah

In Deutschland macht man sich nun wahrscheinlich eher Gedanken darüber, wie die Besitzverhältnisse der Deutschen Bundesbank aussehen. Auch hier findet man allerdings einen merkwürdigen Sonderstatus vor. Eigentlich scheint es so, als ob die Deutsche Bundesbank eine öffentliche Einrichtung darstellt. Schließlich ist in § 27 des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank klar geregelt, dass der entstandene Reingewinn nach der Schaffung von Rücklagen an den Bund geht. Liest man allerdings § 12, so wird klar, dass es auch bei der Deutschen Bundesbank mit dem Einfluss der Bundesregierung nicht ganz so weit her ist, wie man vielleicht denkt. Dieser Paragraph besagt nämlich, dass sich die Deutsche Bundesbank bei der Ausübung ihrer Befugnisse nicht an Weisungen der Bundesregierung halten muss, also davon unabhängig agieren kann. Die Deutsche Bundesbank solle die allgemeine Wirtschaftspolitik der Bunderregierung zwar unterstützen, allerdings nur soweit dies als Bestandteil des Europäischen Zentralbankensystems und im Hinblick auf die Aufgabenstellung als solcher möglich ist. Damit wird die Deutsche Bundesbank zu einer öffentlichen Institution, die gleichzeitig nicht der Bundesregierung untersteht. Eine Situation, die für Otto-Normal-Verbraucher nur schwer nachvollziebar ist.

Geld regiert die Welt – nur wer es hat, ist unklar

Ob in den USA oder in Europa, weltweit handelt es sich bei der Ausgabe von Buchgeld um ein extrem lukratives Geschäft. Geschäftsbanken sind verpflichtet Mindestreserven bereitzuhalten, die von den Zentralbanken bereitgestellt und gesichert werden. Dieser Fakt führt dazu, dass die USA als höchstverschuldetes Land der Welt (Schulden in Höhe von zirka 55 Billionen Dollar) eine Zinsleistung von jährlich rund 3,7 Billionen Dollar aufbringen muss. Dies ist gleich zu setzen, mit einer Belastung von zirka 11.743 US-Dollar pro Einwohner. Ein weiteres Geheimnis der modernen Wirtschaftswelt ist allerdings wohin diese Zinseinnahmen letztendlich fliessen. Doch was kümmert es den kleinen Bürger, Hauptsache er zahlt brav seinen Anteil.

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