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Versicherung will Rentner zum Verzicht auf Zigaretten zwingen

(CT) Der in Steinheim lebende 66-jährige Renter Walter S. ist bereits seit seinem 14. Lebensjahr Raucher. Bis zu zwei Schachteln Zigaretten täglich rauchte der Rentner in den vergangenen Jahrzehnten. Mittlerweile hat er den Zigarettenkonsum etwas zurückgefahren. Nur noch zehn selbstgedrehte Zigaretten konsumiert er pro Tag. Das Rauchen ist dabei aber nicht ohne Folgen geblieben. Im Jahr 1995 erlitt er einen gutartigen Tumor. Im Zuge der Behandlung musste dabei ein Teil seiner Lunge entfernt werden. Zudem leidet er seit vier Jahren an der sogenannten Raucherlunge, die im medizinischen Fachjargon auch als „chronische obstruktive Lungenerkrankung“ bezeichnet wird. Wegen der daraus entstandenen zu geringen Sauerstoffkonzentration im Blut verordnete ihm ein Arzt einen Sauerstoffkonzentrator. Der Nachteil an dem Gerät: Es kann nur in den eigenen vier Wänden genutzt werden. Seitdem ist Walter S. an seine eigene Wohnung gefesselt. Der Rentner wünschte sich nun auch ein mobiles Endgerät zu bekommen, um zum Beispiel Spaziergänge durchzuführen. Die Kaufmännische Krankenkasse, kurz KKH, verweigerte ihm ein solches Gerät. Laut dem Schwäbischen Tageblatt könne der Rentner nicht von einer Krankenkasse erwarten seinen selbst verschuldeten geringen Sauerstoffgehalt im Blut, der durch das Rauchen entstanden ist, durch ein teures Gerät ausgeglichen zu bekommen. Deshalb klagte er vor dem Sozialgericht Heilbronn, um doch noch an sein Ziel zu kommen.

Das Rauchen muss eingestellt werden, sonst gibt es kein mobiles Gerät

Das Sozialgericht Heilbronn entschied in dem konkreten Fall gegen den Rentner. Er dürfe kein solches Gerät zur Verfügung gestellt bekommen, solange er das Rauchen nicht einstelle. Beim gewünschten Gerät bestehe nämlich eine Explosionsgefahr, wenn es in die Nähe von Feuer kommt, was beim Rauchen im zwangsläufig der Fall ist. Doch nicht nur das: Auch generell würde nicht nur wegen der Gefahr das Gerät nicht zur Verfügung gestellt, sondern er müsse das Rauchen einstellen, so verlangten es die Heilbronner Richter. Die Kosten für eine solche Therapie würden pro Monat bei 180 Euro liegen. Die Entscheidung des Gerichtes ist als vorläufig einzustufen. Ein genauer Termin, an dem die Hauptsache des Verfahrens entschieden werde, gebe es derzeit noch nicht.

 

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