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Umstrittenes Erdgas Projekt „Nabucco“ gescheitert. Wie kann sich Europa zukünftig besser positionieren?

Bild © Arno Kuss
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(ARK) Das bei vielen Fachleuten, Politikern und Energieverbrauchern kritisch bewertete Erdgas Projekt Nabucco hat keine Zukunft und wurde beendet. Damit wird die Abhängigkeit von osteuropäischen Erdgasvorkommen aber keineswegs geringer.

Mit der Gründung beziehungsweise der Umwandlung der Gastransportindustrie der ehemaligen UdSSR hinzu Gasprom, entwickelte sich der Konzern zu einem der größten Energielieferanten weltweit. Damit verbunden wächst auch die Abhängigkeit vom russischen Gas. Vorfälle aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass das Unternehmen nicht davon zurückschreckt, die Lieferungen zu stoppen und die Gashähne zuzudrehen. Im Jahr 2005 musste die Ukraine die russische Macht spüren und mehrere Tage ohne Gas von Gazprom auskommen. Europa positionierte sich auch aus diesem Grund in Richtung Alternativen. Ein Zusammenschluss ehemaliger sowjetischer Staaten sollte mit Nabucco zu so einer Alternative reifen. Als deutscher Partner reihte sich der Energiekonzern RWE ein.

Als offizielle Begründung zum Stopp des Projekts gelten die hohen Baukosten, welche der Pipelinebau mit sich bringt. Parallel zu Nabucco entwickelte sich eine weitere Möglichkeit der Erdgasbeschaffung, die transadriatische Pipeline. Diese ist um mehrere Hundert Kilometer kürzer als die des osteuropäischen Konsortiums Nabucco. Inoffiziell gilt es als wahrscheinlich, dass der kalte Atem aus Moskau noch immer einen starken Einfluss und das Projekt hat kippen lassen

Weiterhin interessant ist die Tatsache das die ehemaligen deutschen Politiker Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grünen) jeweils zu den gegnerischen Energiekontrahenten in beratender Position gehören. Demnach konnte sich der ehemalige Bundeskanzler gegen den Vizekanzler durchsetzen. Egal welche Anbieter Europa und Deutschland mit Energie versorgen, es bleibt die ungewünschte Abhängigkeit nach Asien. Mit diesen Argumenten versuchen Energieunternehmer eine weitere Gasfördermethode hervorzuheben und die Bemühungen dorthin zu bekräftigen. Die Förderung von Erdgas durch Fracking soll die Zukunft und die Wende im Energieversorgungsbereich bringen. Bislang erhält die umstrittene Methode, bei der ein Gemisch aus Luftdruck, Wasser und Chemikalien in bestimmte Erdschichten gepresst werden soll, keine Zustimmung und keine Erlaubnis. Die Methode ist durch Risiken und unbekannte Folgen stark umstritten.

Über Arno Kuss

Freiberuflicher Redakteur, Autor und Storyteller. Themenschwerpunkte: Zeitgeist, Gesellschaft und Umwelt. Für mich zählt die Geschichte in der Meldung. Google+

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