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Schwimmende Windräder im Testbetrieb

Bildnachweis fill / CC0 Public Domain-Pixabay.com

(AK) Windräder auf See, die so genannte Offshore-Energie, sind zu einem zentralen Punkt der Energiewende geworden. Zwar ist die Windkraft-Technologie gut entwickelt, aber die Standorte auf hoher See erfordern noch eine Vielzahl ingenieurstechnischer Leistungen. Es geht vor allem um die Sicherheit der neuen Energie-Stationen. Die Technische Universität Dresden und die Freiberger Bergakademie haben in einem Gemeinschaftsprojekt schwimmende Windräder entwickelt, die im Sommer 2013 getestet werden.

Hoher Wellengang und hohe Erwartungen

Die schwimmenden Windräder mit sächsischem Know-how werden am Maritime Research Institute Netherlands (MARIN) getestet. Vor der holländischen Küste sind starker Wind- und Wellengang die besten Prüfkriterien, um sich der Stabilität der schwimmendes Offshore-Fundamente zu vergewissern. Diese werden komplett an Land montiert und dann an ihren Standort geschleppt. Die neue Technologie ermöglicht den Einsatz von Windrädern in bis zu 700 Meter tiefen Gewässern. Mit der Innovation aus Deutschland sind hohe wirtschaftliche Erwartungen verbunden, liegen doch etwa drei Viertel der weltweiten Offshore-Standorte in Gewässertiefen über 30 Metern. Ab dieser Tiefe wird die konventionelle Verankerung im Seeboden zu aufwändig und wirtschaftlich fragwürdig. Öl-Bohrplattformen werden zwar in noch größeren Tiefen verankert, aber sie generieren auch einen weitaus höheren wirtschaftlichen Effekt.

Schwimmende Windräder machen Offshore-Energie rentabler

Auch die sächsischen Ingenieure nutzen mit dem Tension-Leg-Prinzip (TLP) letztendlich nur eine Technologie, die aus der Erdölförderung auf See bekannt ist. Im Gegensatz zur Fördertechnologie dienen die vertikalen und diagonalen Verspannungen durch mächtige Stahlseile nicht der Verankerung der Plattform auf dem Meeresboden, sondern an der Wasseroberfläche. Gemeinsam mit Auftriebskörpern wird eine Positionierung der Offshore-Station knapp unter dem Meeresspiegel angestrebt. Das System wird so insgesamt starr gehalten, schaukelt nicht, und die Windräder können in bewährter Form Energie umwandeln. Erfolgreiche Tests könnten die Verkaufschancen im In- und Ausland erhöhen.

Über Andreas Kappler

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