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Massenkündigungen: Wenn Bausparern das Sparen vergeht

Mit einem neuen Urteil hat der Bundesgerichtshof den Bausparern das Sparen künftig ziemlich madig gemacht. Anlass zu diesem Urteil gab, dass Bausparkassen in den vergangenen Monaten ihren Kunden rund 250.000 alte Verträge gekündigt haben – aufgrund hoher Zinsen. Den Verbraucherschützern war dies ein Dorn im Auge. Nun erhalten sie eine Abfuhr.

Bausparkassen kündigen Verträge

Bausparverträge schließen Kunden ab, um in der Regel den Hausbau, den Immobilienkauf oder eine aufwändige Renovierung finanzieren zu können. In den ersten Jahren spart der Kunde einen Teil der Summe, über die der Bausparvertrag abgeschlossen wurde, an und erhält Zinsen darauf. Später wird der Vertrag zuteilungsreif. Ab diesem Zeitpunkt kann man sich das Angesparte auszahlen lassen und hat das Recht, den Rest des Betrags als Darlehen zu erhalten.

Zu guten Zeiten, gab es viele Zinsen. Heutzutage hingegen…

Kein Nutzen für Bausparer

Während vor wenigen Jahren das Argument zog, dass man zwar während des Bausparens niedrige Zinsen erhält, das Darlehen aber ebenfalls für niedrige Zinsen in Anspruch nehmen kann, haben Sparer heutzutage kaum mehr etwas von den Zinsen. Sie erhalten noch geringere Zinsen und müssen mittlerweile ganz ordentlich Zinsen zahlen, nehmen sie das Darlehen in Anspruch. Ein Grund, weshalb viele Bausparer ihre alten Verträge einfach weiterlaufen ließen.

Das gefiel den Bausparkassen überhaupt nicht. Kurzerhand kündigten sie seit 2015 schätzungsweise 250.000 alte Verträge, die noch mit profitablen Zinsen für die Kunden ausgestattet waren. Während die Bausparkasse vor keinem Argument Halt machten, um sich für diesen Schritt zu rechtfertigen, sehen Verbraucherschützer diese Kündigungen kritisch: Immerhin hätten die Bausparkassen mit hohen Zinsen und Bausparverträgen als Geldanlage geworben, als es ihnen noch gut ging. Nun sollten sie auch die Konsequenzen tragen.

Was das Gericht anders sieht…

Während es noch einleuchtete, dass Bausparverträge gekündigt wurden, die bereits die Auszahlungsreife erlangt hatten, werden nunmehr auch Verträge gekündigt, die noch weit von der vereinbarten Bausparsumme entfernt sind. Während sich die Bausparkassen darauf stützen, dass ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn ein Jahrzehnt seit Vertragsabschluss verstrichen ist, kommen die Richter in Karlsruhe zu einem anderen Schluss: Egal ob Verbraucher oder Unternehmer, Paragraf 489 BGB schützt jeden Schuldner vor überhöhten Forderungen. Damit kann die Bausparkasse jeden Vertrag umgehend kündigen, der die vereinbarte Einzahlungssumme erreicht hat.

Einstige Versprechungen und Werbungen hin oder her: Der Verbraucher schaut mal wieder in die Röhre.

Über Nicole Saelzle

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