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Immer mehr Haushalte können ihren Strom nicht mehr bezahlen

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(AK) Immer mehr Haushalte in Deutschland können ihre Strom- und Gasrechnung nicht mehr bezahlen. Die Folge sind immer mehr Stromabschaltungen, die verheerende Folgen haben können. Im Jahr 2011 wurden ca. 300.000 Haushalten in Deutschland der Saft abgedreht, von 1 Million, wo es fast soweit gewesen wäre. Alleine 8.000 Haushalte waren davon in Hamburg betroffen. Eine Stromabschaltung kann verheerende Folgen haben. Von einer Sekunde auf die andere haben die Betroffenen keinen Warmwasser mehr, keine Heizung, kein Licht und Aquarien leiden auch. Ein Leben ohne Strom können wir uns in der heutigen Zeit überhaupt gar nicht mehr vorstellen. Umso wichtiger ist es dann, dass eine gewisse Grundversorgung für alle Bürger gewährleistet ist. Strom soll bezahlbar sein fordern die Grünen im Bundestag. Durch die Energiewende und die damit steigenden Strompreise ist dies für immer mehr Haushalte jedoch, dass sie ihre monatliche Stromrechnung nicht mehr ordnungsgemäß bedienen können und die steigenden Preise und die damit verbundenen Nachzahlungen mit der Jahresrechnung nicht mehr zahlen können.

Die Folgen der steigenden Strompreise für Privathaushalte

Während sich die energieintensiven Branchen in der Branche über Vergünstigungen und niedrige Preise freuen können kämpfen Haushalte seit der Energiewende mit immer höher steigenden Strompreisen. Das betrifft bei weitem nicht nur Einkommensgruppen niedriger Art sondern auch normale Haushalte. Denn die Strompreise sind für einen Vier-Personen-Haushalt im Jahr 2012 im Durchschnitt jährlich um 150 – 200 Euro gestiegen. Das ist eine enorme Belastung für einen Privathaushalt. Viele Menschen sparen schon seit Jahren so weit es geht Energiekosten ein. Dies kann man jedoch nicht unbegrenzt tun, denn für tägliche Dinge des Lebens braucht man nun mal einfach Strom. Und nicht jeder Haushalt kann sich einfach so mal einen neuen Kühlschrank oder eine neue Waschmaschine leisten.

Eine sofortige Sperrung seitens des Energielieferanten ist nicht rechtens

Eine sofortige Sperrung seitens des Energielieferanten ist nicht rechtens, auch wenn dies viele anders sehen. Ab einem rückständigen Beitrag von 100 Euro kann dies jedoch in Erwägung gezogen werden. Da sich leider immer weniger Energiekonzerne in der Lage sehen ihren Kunden in der Bedrängnis eine Stundung oder Ratenzahlung zu gewährleisten ist der rückständige Beitrag dann sofort fällig. Zahlt der Kunde dann nicht innerhalb von 14 Tagen kann eine Stromsperre verhängt werden. Die Kosten für die Sperre können zwischen 32 Euro und 200 Euro liegen. Dies ist meist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Zudem ist es nicht gestattet eine Stromsperrung ohne jegliche Vorankündigung vorzunehmen. Die geplante Stromsperre ist an Weisungen und Auflagen gebunden. Die geplante Stromsperre ist auf jeden Fall vier Wochen dem Kunden bekanntzugeben. Wenn nach Ablauf dieser vier Wochen keine Antwort vom Kunden vorliegt muss eine weitere Erinnerung bzw. Mahnung seitens des Lieferanten erfolgen. Dieser Mitteilung folgt eine zusätzliche Drei-Tages-Frist. Erfolgt dann immer noch keine Nachricht kann eine endgültige Stromsperrung erfolgen. Viele Kunden wissen nicht, dass sie zur Rechnungsstellung Widerspruch gegen ihre Rechnung innerhalb einer gewissen Frist einlegen können. In diesem Fall darf bis zur Entscheidungsfindung auf gar keinen Fall eine Stromsperre erfolgen. Obwohl sich viele Energieversorgungsunternehmen nicht auf eine Ratenzahlung einlassen möchten ist es zudem das gute Recht des Kunden eine angemessene Ratenzahlung mit dem Unternehmen zu vereinbaren. Als angemessen ist natürlich die rückständige Summe zu berücksichtigen. Das Unternehmen muss diesem Ratenzahlungsvorschlag positiv gegenübertreten. Besondere Verhältnisse innerhalb des betroffenen Haushalts sind auch zu berücksichtigen. Zu pflegende Personen und Babys bzw. kleine Kinder im Haushalt unterliegen besonderer Rücksichtnahme. Die Unzumutbarkeitsklausel gilt zudem bei geringfügigen Schulden, die ein gewisses Maß nicht überschreiten.

Wie eine Stromsperre vermieden werden kann

Ein Verbot der Energieunterbrechung wird schon seit einigen Jahren von Experten gefordert. Zwar sei es die Pflicht des Kunden für regelmäßige Abschlagszahlungen zu sorgen. Andererseits können gewisse Umstände wie zum Beispiel der exorbitante Anstieg der Strompreise oder persönliche Verhältnisse dazu führen, dass Haushalte ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, und das trotz sparsamem Verhaltens. Da seit der Energiewende immer mehr Haushalte ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können kann zudem von Verschwendungssucht keine Rede sein. Nicht nur einkommensschwache Haushalte trifft das, sondern auch ganz normale Familien. Der Staat soll laut einigen Fraktionen im Bundestag hier regulierend eingreifen, denn er hab schließlich die Energiewende herbeigeführt. Strom ist für immer mehr Personen schlicht und ergreifend einfach nicht mehr bezahlbar. Die Schuldenspirale steigt dann unaufhörlich bis schlimmstenfalls eine Stromsperre seitens des Energielieferanten verhängt wird. Das kann trotz des Umweltschutzes nicht im Sinne der Regierung sein, dass immer mehr Haushalte sich keinen Strom mehr leisten können.

Über Andreas Kappler

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