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Gold in der Niederlande nicht mehr sicher?

Die Änderung der Geschäftsbedingungen der niederlänsischen Bank ABN Amro zum 01.04.13 ist eine vielschichtige Entscheidung, die aufgrund der immer noch anhaltenden Eurokrise eine sicherheitsbewusste Strategie bedeutet.

Gold – Absicherung für kommende Krisen

Gold in Holland nicht mehr sicher
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Das Gold war vor Jahrzehnten die Absicherung der einzelnen staatlichen Währungen und die Goldreserven wurden lange vor der Einführung des Euros abgeschafft. Seit Beginn der Finanzkrise ist nicht nur für die privaten Anleger das Gold als neue Wertanlage wieder entdeckt worden. Die anschließende Eurokrise hat die EU-Mitgliedsländer wie Griechenland, Island, Zypern, Spanien, Portugal und auch Italien in eine ernstzunehmende nationale Finanz- und Haushaltskrise manövriert. Der schwankende Euro ist und bleibt das Sorgenkind der EU und der niederländische Staat ist auch nicht von finanziellen Problemen verschont geblieben. Die Strategie der niederlänsichen Banken ist demnach eindeutig darauf ausgerichtet mit der harten Währung Gold, die entsprechende Sicherheit vor massiven Finanzproblemen in der Zukunft zu schaffen. Der Euro ist hierbei die große Unbekannte, die die Banken nicht nur in den Niederlanden vor noch unvorhersehbaren Problemen stellen wird.

Sinn oder Unsinn die Entscheidung der niederländischen Bank – Was sollen die Bankkunden tuen?

Im ersten Moment betrachtet ist es ja egal, ob sie nun den Goldbarren oder den entsprechenden Zeitwert bzw. Tageswert des Goldes erhalten. Allerdings ist es für die Anleger, welche das Gold behalten möchten, schon ein extremer Einschnitt, weil ihnen die Herausgabe ihres Eigentums verweigert wird. Genau das ist es, dass die ABN Amro in diesem Fall auf legale Weise durch die Abänderung der Geschäftsbedingungen sich selber legitimiert die Herausgabe des Goldes zu verweigern und mit der Zahlung des Tageswertes somit den Verlust des Goldbarrens ersetzt. Zudem wird wohl vorab die Abänderungen der AGB´s nicht so intensiv kommunziert worden sein, dass die Anleger in der Lage waren fristgemäß handeln zu können, um schon vorher ihre Goldbarren aus der Bank auszulagern. Der Anleger sollte in Zukunft nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in den anderen europäischen Ländern genau aufpassen und sich ständig über etwaige Änderungen in den Geschäftsbindungen auf dem Laufenden halten. Es ist davon auszugehen, dass wenn andere Banken in den Niederlanden dem Beispiel der ABN Amro folgen, dass Gold in den Niederlanden definitiv nicht sicher ist. Unter diesen Voraussetzungen ist eine Vertrauensbasis nicht vorhanden, damit sie kurz- oder mittelfristig die Lagerung von Goldbarren in den Niederlanden ernsthaft erwägen könnten. Allerdings könnte es sein und das sollten sie jetzt genau beobachten, dass die eine oder andere Bank in den Niederlanden jetzt erst recht die Chance sieht neue Kunden mit einem Versprechen zu werben, welche eine Goldgarantie für den Kunden ausgibt.Sie können andererseits, davon ausgehen, dass diese Geschäftspraktiken nur eine zwischenzeitliche Modeerscheinung sind, weil andere Kreditinstitute hier die Chance sehen werden, damit zu werben, dass Sie dafür garantieren Ihnen jederzeit Ihr Gold wieder herauszugeben. Ich würde ihnen als Anleger raten, erst einmal genau die zukünftigen Vorgänge bei den niederländischen Banken zu beobachten und im Zweifelsfall im heimischen Tresor die Goldbarren zu lagern. Es ist auch immer ratsam über die Änderungen der Geschäftsbedingungen im Bilde zu sein, nur im Endeffekt schadet sich die niederländische Bank mehr damit, als das es für die Bank einen mittelfristig bis langfristigen Nutzen hätte.

Gründe für die neue Handhabung der Ausgabe von Goldbarren

Die niederländische Bank ABN Amro hat mit ihrer Entscheidung keine Goldbarren, sondern nur noch den gegenwärtigen Zeitwert des Goldes in Bar auszuzahlen wahrscheinlich eine Signalwirkung in Form eines Dominoeffektes erzielt. Die niederländische Bank ABN Amro möchte wohl zum alten System zurückkehren indem sie durch den Aufbau an Goldreserven die Renaissance einer veralteten Geldsicherungspolitik bedient. Zudem ist auch bei Privatanlegern zu beobachten, dass sie aufgrund der Finanzkrise mehr und mehr in Goldbarren oder Immobilien investieren. Schon seit einiger Zeit ist der Bedarf an Goldbarren so hoch, dass die Deckung des Bedarfs nur sehr schleppend vorangeht. Dabei ist die Frage zu stellen, was mit den damaligen Goldreserven geschehen ist, wenn die schon damals vorhandenen Goldbarren heutzutage für die Anleger oder die Banken nicht ausreicht, um deren Bedarf zu decken. Eine andere und vor allem logische Begründung gibt es nicht, weil die Banken im Gegenzug für die Einbehaltung des Goldbarren den Tageswert des Goldes bezahlen müssen.

Noch ein Video zu worauf man beim Goldkauf achten sollte:

Über Andreas Kappler

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