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Gewinn für die Versicherer: Die Hälfte des eingezahlten plus Zinsen darf behalten werden

(CT) Kunden von einer Lebensversicherung müssen einen kleinen Dämpfer hinnehmen, wenn sie diese aus zum Beispiel finanziellen Gründen vorher kündigen. Der Bundesgerichtshof entschied am heutigen Tag, dass die Versicherer die Hälfte aller Beiträge plus Zinsen bei einer vorzeitigen Kündigung einbehalten dürften. Grund dafür sind Provisionen sowie andere Kosten, die für den Versicherer entstehen. Im schlimmsten Fall würde ein Versicherer also bei der Kündigung im ersten Jahr nach dem Abschließen einen Verlust von 50 Prozent hinnehmen müssen. Das Urteil betrifft allerdings nicht sämtliche Versicherte, sondern nur Kunden die ihren Vertrag zwischen 2001 und 2007 abgeschlossen haben. Der Bundesgerichtshof bestätigt damit ein Urteil, welches bereits zu einer ähnlichen Regelung im Jahr 2001 gesprochen wurde.

Seit 2008 gilt ein anderes Verfahren

Seit dem Jahr 2008 ist für beide Parteien geklärt, wie der Kündigungsprozess ablaufen soll. Demnach können dem Kunden zwar Stornokosten in Rechnung gestellt werden, jedoch gibt es einen gewissen Rückkaufwert der dafür sorgen soll, dass der Kunde nicht seine ganzen eingezahlten Beiträge verliert. Die Abschlusskosten werden dabei über die ersten fünf Jahre verteilt. Praktisch bedeutet das: Wird im ersten Jahr die Lebens- oder Rentenversicherung gekündigt, so verliert der Kunde nur ein Fünftel seiner eingezahlten Beiträge. Rund 80 Prozent kündigen laut der Verbraucherzentralen Renten- und Lebensversicherungen vorzeitig. Gründe dafür sind Arbeitslosigkeit, Scheidung oder andere Grundlagen für wirtschaftlich schwierige Situationen. Im konkreten Fall ging es um die HDI Gerling und Signal Iduna, bei denen Kunden zwischen 2004 und 2009 eine Lebensversicherung abgeschlossen hatten. Der Rückkaufwert der seitens der Versicherung berechnet wurde war jedoch für die Kunden, die gekündigt hatten zu gering. Deshalb zogen sie vor Gericht. Durch die lokalen Gerichte in Köln wurden diese Klagen abgewiesen. Der gleichen Meinung schloss sich jetzt der BGH an.

 

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