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EU will doch nicht ganz auf Roaming-Gebühren verzichten

(CT) Lange Zeit setzte sich EU Kommissarin Neelie Kroes dafür ein, dass die Roaming-Gebühren in der EU abgeschafft werden oder zumindest um bis zu 90 Prozent sinken sollen. Dieser Plan scheint offenbar nicht ganz aufzugehen. Ein EU-Entwurf, der bisher immer den Passus enthielt, dass die Roaming-Gebühren abgeschafft werden sollen wurde jetzt neu verfasst. In dem neuen Entwurf ist die Abschaffung der Roaming-Gebühren nicht mehr enthalten. Dieser Entwurf soll der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Großer Druck von der Mobilfunk-Lobby soll dafür gesorgt haben, dass dieser Passus aus dem Dokument verschwindet. Die Kommissarin soll sich außerdem, so sagen Branchenbeobachter, mit Vertretern Europas größter Telekommunikationsanbieter getroffen haben. Es wird vermutet das bei diesen Gesprächen Kroes für ihren Vorstoß gegen die Roaming-Gebühren von den Anbietern heftig kritisiert wurde. Der genaue Gesprächsinhalt ist jedoch nicht bekannt.

Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Regulationsmechanismen

Die Telekom-Unternehmen sollen unter anderem gegenüber der Kommissarin erklärt haben, dass es je nach Land Unterschiede bei der Frequenzvergabe gibt. So kosten die Lizenzen in einigen Ländern sehr wenig, während andere ordentlich zur Kasse bitten. Die Roaming-Gebühren sorgen dafür, dass diese teilweise hohen Investitionen in Funklizenzen refinanziert werden können. Der ursprüngliche Entwurf sah vor, dass Telefonminuten zwischen 2014 und 2022 nur noch 3 Cent kosten sollten. Momentan liegt die Grenze für den maximalen Preis bei 10 Cent. Auch der Preis für mobiles Internet sollte weiter von 15 auf 1,5 Cent pro Megabyte gesenkt werden. Der aktuelle Entwurf enthält diese Zahlen sowie das Vorhaben nicht mehr. Möglich wäre, dass die Senkung langsamer durchgeführt wird um sie damit für die Mobilfunk-Anbieter verträglich zu machen.

 

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