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EU: Neue Spielregeln im Zahlungsverkehr

Schon in Kürze könnte der Zahlungsverkehr für Bankkunden ein weiteres Mal einer grundlegenden Änderung unterzogen werden. Im Zuge der Digitalisierung plant die EU mit der Richtlinie PSD2 die Vereinfachung des Geldtransfers auf dem europäischen Binnenmarkt. Wie Heise.de berichtet, steht die Umsetzung der ominösen Richtlinie bereits für Anfang 2018 auch in Deutschland auf dem Programm.

Grünes Licht für „Payment Service Direct“ Version 2

Payment Service Direct, so die ausgeschriebene Fassung von PSD, hat erst kürzlich vom Bundeskabinett grünes Licht erhalten, wie Heise weiter berichtet. Damit steht einer Aufnahme in nationales Recht kaum etwas im Weg.

Was die EU bereits seit geraumer Zeit austüftelt, soll den Verbrauchern mehr Flexibilität im Geldverkehr aber auch mehr Sicherheit bringen. Flexibilität insofern, dass Drittanbieter nun auf Kundenwunsch Einblick in die Geldgeschäfte des Kunden bekommen – also dem Kunden tatsächlich aufs Konto gucken dürfen. Apps könnten an dieser Stelle profitieren, so das Online-Magazin, zum Beispiel solche, die die Übersicht über die Finanzen des Kunden behalten sollen und automatisch einen Betrag zum Sparen auf die Seite legen, wenn der Nutzer Geld übrig hat. Solche und ähnliche Apps gibt es zwar bereits. Mit PSD 2 könnten sie allerdings noch populärer werden, insbesondere, da ihnen völlig neue Wege und Mittel offenstünden.

Die Banken in der Krise?

Den Banken hingegen wird dadurch mehr Macht und auch ihre Monopolstellung entzogen. Bereits jetzt leiden diese unter der Existenz alternativer Bezahldienste, die gerade in Form von Onlineplattformen und Apps vermehrt aus dem Boden sprießen. Kritisiert wird hier von Andreas Krautscheid vom Bundesverband deutscher Banken vor allem, dass auf diese Weise ein rechtlicher Rahmen geschaffen würde, der Drittanbietern zwar Zugang zur Infrastruktur der Banken gebe, der umgekehrt allerdings nicht gelte.

Und der Datenschutz?

Ohne die Zustimmung der Kunden funktioniert kein Austausch. So viel wird sichergestellt. Und während die Kunden damit nicht befürchten müssen, dass sich Unternehmen künftig unerlaubten Zugang zu ihren Daten verschaffen, soll PSD2 darüber hinaus den Zahlungsverkehr insgesamt sicherer machen.

Im Visier der EU sind unter anderem die Kreditkarten. Der Plan sieht vor, dass die Kunden künftig bei Zahlungen im Netz neben der PIN und der Sicherheitsnummer außerdem eine TAN oder einen Fingerabdruck eingeben müssen. Während die Experten das Für und das Wider abwägen, gibt es für beide Seiten solide Argumente: Mit Zunahme der mobilen Zahlungsmöglichkeiten und der Zahlungen im Internet sollen Verbraucher besser geschützt werden. Gleichzeitig wird allerdings befürchtet, dass die zusätzliche Abfrage weiterer Sicherheitsmerkmale die Bezahlung erschwere und damit so manch einem Kunden das Online-Shoppen gründlich vermiese.

Über Nicole Saelzle

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