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Es gibt keine objektive Berichterstattung in den Massenmedien

Es gibt keine objektive Nachrichten mehr
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

(AK) Stellen Sie sich folgende Situation vor: ein ambitionierter Journalist arbeitet an einen faktenreichen Beitrag, der auf den Ergebnissen einer zeitaufwendigen Recherche basiert. Obwohl er letztendlich einen objektiven Artikel mit interessanten Informationen zu aktuellen Themen in den Händen hält, entscheidet sich der Chefredakteur gegen eine Veröffentlichung. Der Grund ist unverständlich, aber dennoch simpel. Rein objektive und vor allem besonders kritische Texte spiegeln zwar realistische Umstände wieder, dafür aber nicht die individuellen Vorstellungen der Redakteure von Massenmedien. Auch die Nachfrage nach dieser Art der Berichterstattung hält sich in Grenzen. Journalisten sind gegen diesen anhaltenden Trend der Zensur durch Arbeitgeber machtlos. Karriereorientierte Schriftsteller müssen sich der Anfrage und den Vorstellungen ihrer Arbeitgeber widmen, um anständige Honorare von Marktleadern erwarten zu können. Doch wie schlecht steht es um die Objektivität der internationalen Medien? Wie sieht es mit der Arbeit von deutschen Journalisten in der heutigen Zeit aus?

Geld regiert die Welt – auch den Journalismus

Selbst professionelle Journalisten haben Schwierigkeiten Quellen im Internet zu finden, die sich durch einen hohen Wahrheitsgehalt auszeichnen. Es fordert ein immer größer werdendes Maß an Eigeninitiative und Erfahrung bei der Recherche, um einen wirklich objektiven Blick auf Quellen werfen zu können. Allen, die sich wirklich mit Quellen im Internet auseinandersetzen, fällt schnell auf, dass die Welt, die im Internet widergespiegelt wird, wenig mit der eigentlichen Realität zutun hat. Wenn selbst professionelle Journalisten Schwierigkeiten haben objektive Informationen herauszufiltern, ist es nur logisch, dass die allgemeine Bevölkerung die verbreiteten Informationen einfach als objektive Wahrheiten hinnimmt. Vor allem dadurch, dass Massenmedien im gleichen Stil von nachgefragten Themen berichten, steigert sich die Glaubwürdigkeit dieser in den Augen der Konsumenten. Diese vertrauen auf die Arbeit der eifrigen Journalisten. Man ist davon überzeugt, dass Autoren ihrer „journalistischen Aufklärungspflicht“ nachkommen und objektiv von aktuellen Themen berichten. Doch auch unter Journalisten hinterlassen kommerzielle und wirtschaftliche Interessen spürbare Auswirkungen. Hohe Einnahmen können von diesen nur dann erwirtschaftet werden, wenn sie sich den Forderungen zahlungskräftiger Werbekunden beugen. Der Ursprung dieser Entwicklung liegt in den Vereinigten Staaten, deren Massenmedien maßgebliche Effekte auf die internationale Berichterstattung haben.

Erwähnenswert sind dabei insbesondere die „großen Sechs“ – die sechs einflussreichsten Medienkonzerne der USA. Mit über 90 Prozent der gesamten Nachrichtenerstattung haben sie einen unvergleichbaren Einfluss auf die weltweite Informationsvermittlung. Zu den Unternehmen gehören folgende Konzerne: die Walt Disney Corporation, die New Corporation, Time Warner, Viacom und CBS. Gesondert zu erwähnen ist der größte und einflussreichste Konzern Genreal Electrics. Renommierte Sender wie der Nachrichtenkanal NBC, CNBC, MSNBS sowie der kulturelle Sender History Channel und Art & Entertainment gehören zu den populärsten Sendern des Konzerns. Diese erfreuen sich an einem enormen Bekanntheitsgrad. Zudem gehören eine Vielzahl weiterer Fernsehsender sowie Filme bis hin zu Zeitungen und Zeitschriften zu einem der sechs Unternehmen und steht unter deren Einfluss. Für alle amerikanischen Journalisten, die daran interessiert sind eine vielversprechende Karriere zu verfolgen, ist es nahezu obligatorisch eine Einstellungen in einem der sechs Konzerne anzustreben. ?Jedoch gibt es auch vereinzelnde Gegenbewegungen. Das Projekt Consored hat sich zum Ziel gesetzt jedes Jahr 25 gut recherchierte und objektive Artikel auszuzeichnen, die den Vorstellungen des Mainstreams widersprechen. Journalisten werden hierdurch motiviert kritische Texte mit interessanten Fakten zu verfassen, die in Massenmedien keine Behandlung finden würden. Die Themen dieser Texte variieren stark. Beispielsweise wurde schon ein Artikel über die auffallend hohe Suizidrate unter US-Soldaten ausgezeichnet. Die Zahl von 468 Selbstmorden überschattet sogar die Anzahl der 462 Gefallenen, die in Kämpfen hier Leben verloren. Die amerikanische Vorstellung und Illusion vom Heldentum und Engagement für Freiheit und Weltsicherheit wird somit zutiefst angegriffen. Eine solche Thematik und Aufdeckung gesellschaftlicher Missstände widerspricht den Vorstellungen der Massenmedien und würde von den Redakteuren dieser abgelehnt werden.

Probleme des Journalismus in Deutschland

Hat diese Problematik einen ähnlich großen Einfluss auf die deutsche Medienlandschaft? Ist auch die Berichterstattung von Massenmedien in der Bundesrepublik schon längst nicht mehr objektiv? Vertraut man den Aussagen vom ausgezeichneten Journalisten Harald Schuhmann, kann man diese Frage nur bejahen. ?Es fällt durchschnittlichen Verfolgern von Nachrichten kaum auf, wenn Journalisten nach langjähriger Arbeit plötzlich verschwinden. So erging es unter Anderem dem Journalisten Ken Jensen, der nach 18 jähriger Arbeit beim Rundfunk Berlin-Brandenburg gekündigt wurde. Der Grund für die Kündigung war seine zu kritische Berichterstattung. Und ein solches Vorgehen ist laut Schuhmann schon lange Gang und Gebe in der deutschen Medienwelt. ?Harald Schuhmann selbst war jahrelang als Journalist, Redakteur und Autor tätig. Für seine Berichte über die Risiken von unkontrollierten Finanzmärkten wurde er mit dem Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Auszeichnung hat er die Chance genutzt sich in seiner anschließenden Rede unzensiert über die Praktiken des deutschen Journalismus auszulassen. Er betont dabei, dass nicht nur die Meinung der Journalisten selbst sondern hauptsächlich die Interessen der Chefredakteure im Mittelpunkt stellen. Journalisten werden laut Schuhmann förmlich gezwungen, sich den politischen und wirtschaftlichen Vorlieben ihrer Vorgesetzten zu beugen. Er konzentriert seine Kritik dabei nicht nur auf eine Form der Massenmedien. Zeitungen und Fernsehen sowie andere Massenmedien sind im gleichen Maßen von den Zensuren der Mächtigen betroffen. Wenn Schuhmann über diese Thematik berichtet, kann er auf seine eigenen Erfahrungen als Journalist zurückblicken. 1999 wurde er selbst Opfer der Zensur durch Redakteure des Magazins „Spiegel“, die faktenreiche Texte zur politischen Ökonomie nicht veröffentlichen wollten. Mit solch kritischen Themen fand Schuhmann nach eigenen Angaben allgemein keine Akzeptanz von der Redaktion. Chefredakteuren kommt dabei zu gute, dass sie selbst die Chance haben darüber zu entscheiden, welche Vorschläge aufgenommen und abgedruckt werden und welche nicht. Außerdem machen sie Gebrauch von ihrer Möglichkeit vorzugeben, zu welchen Bereichen Recherche betrieben werden soll, während andere Informationen bewusst außenvorgelassen werden.

Von Beginn ihrer Karriere wird somit selbst jungen Autoren direkt die Möglichkeit der kritischen Berichterstattung verwehrt. Schockierend für die Öffentlichkeit sollte dabei vor allem die Feststellung sein, dass nicht nur private Medien von diesen Zensuren durch die Redaktion betroffen sind. Auch öffentlich-rechtliche Medien unterliegen schon längst dieser Art der subjektiven Beeinflussung. ?Die Journalisten selbst befinden sich dabei in einer undankbare Situation. Diejenigen, die ihren Job pflichtbewusst nachgehen wollen und faktenreiche Texte veröffentlichen wollen, müssen sich damit abfinden, dass diese nicht akzeptiert und weitergegeben werden. Letztendlich können sie sich nur dem Willen der Großen beugen und auf objektive Berichterstattung zugunsten ihrer Karriere verzichten. Wirkliche Freiheit und unzensierte Veröffentlichungen bleiben nur Buchautoren und allen Autoren, die Vorträge halten und unabhängig von Massenmedien agieren. ?Von der Unterdrückung von Wahrheiten über die absichtliche Auslassung gewisser Informationen bis hin zu Verbreitung von Falschinformationen – laut Angaben von Harald Schmidt unterliegen alle Massenmedien heftigen Manipulationen. Die Massen, die diese konsumieren, akzeptieren selbst Lügen nach mehrmaliger Wiederholung als Wahrheiten und lassen sich von pseudorealistischen Aussagen blenden. Entgegen des eigentlichen Willens der Journalisten unterliegen diese dem Druck der Redakteure und widmen sich Artikeln, die der Mainstream hören möchte – den Artikeln, die folglich die Massen manipulieren. Diese verschließen die Augen vor den Problemen oder nehmen sie einfach nicht wahr. Informationen der gängigen Medien werden als realistisch hingenommen und nicht weiter kritisch hinterfragt. Um es noch drastischer zu formulieren: das allgemeine Volk zahlt dafür, belügt zu werden.

Blindes Vertrauen auf die falschen Quellen

Allein das populäre Nachschlagewerk Wikepedia bietet eine Möglichkeit sich einen Überblick über belegbare Fakten und tatsächliche Zahlen zu aktuellen Themen zu machen. Seriöse Berichte informieren über die stattfinden Manipulation und helfen Lesern dabei erkennbare Widersprüche aufzudecken und einen objektiveren Blick auf die Vorgänge in der Welt zu erhalten. Doch nach wie vorm gibt es kaum Ansätze die genannte Problematik wirklich anzugreifen und die Probleme es Journalismus zu bereinigen. ?Doch welche Gründe spielen hier eine Rolle? Interessieren sich mündige Bürger auch in demokratischen Ländern, wo die Chance zur freien Meinungsäußerung besteht, nicht für objektive Berichte? Möchten sie sich nicht über die tatsächlichen Umstände in der Welt informieren, um die Ursachen für momentane und künftige Krisen und Kriege zu erfahren? Die Beantwortung der Frage ist schwer. Sicher ist nur, dass ein Großteil der Verantwortung bei den Massenmedien liegt, denen von den meisten ein blindes Vertrauen entgegengebracht wird. Schenkt man den Äußerungen von erfahrenen Journalisten wie Herald Schuhmann jedoch Glauben, wird einem schnell auffallen, dass dieses Vertrauen unangebracht ist.

Über Andreas Kappler

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Ein Kommentar

  1. Konretes Beispiel: die Berichterstattung über Syrien. Bis die Medien mal erwähnt haben, dass es sich bei der syrischen Opposition großenteils um Islamisten handelt und nicht um säkuläre Akademiker, hat es über ein Jahr gedauert. Und noch immer werden gegen den Präsidenten Baschar al-Assad alle möglichen (und auch berechtigten) Vorwürfe erhoben, während Gräueltaten der Rebellen unter den Tisch gekehrt werden…. (Kannibalismus, Aushungern eines Stadtteils in Aleppo, Terrorisierung von Zivilisten durch fortwährenden Granatenbeschuss etc.)

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