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Dispozinsen deutscher Kredithäuser sind viel zu hoch

ATM_interior(ARK) Laut einem Bericht der Stiftung Warentest müssen Bankkunden immer tiefer in die Tasche greifen, denn die Dispozinsen sind exorbitant hoch, Tendenz steigend. Während Sprecher der Banken von einem Lerneffekt bezüglich Kontoführung sprechen, wollen sich Politiker für eine Dispozinsenobergrenze starkmachen.

Das subjektive Gefühl mancher Kunden täuscht nicht über die Realität hinweg, wenn es darum geht, das Banken mit ihren Zinsen bei ihren Kunden so richtig zuverdienen wollen. Der Geldeingang aus Erträgen von Dispozinsen beschreibt einen nicht unwesentlichen Anteil des Wirtschaftssystems der Kreditanbieter. Im Vergleichstest wurden über 1500 Banken und Sparkassen miteinander vergleichen. Bei den höchsten Prozentsätzen von fast 15 Prozent Dispo-Überziehungszinsen schlagen vor allem die kleinen Finanzhäuser nach oben aus, eine weitere Erkenntnis beschreibt sich beim Standort der Kredithäuser. Demnach wird auf dem Land ein höherer Disposatz abverlangt als in den Ballungsgebieten. Was besonders eklatant ist, zeigt sich im Unterschied der veranschlagten Zinsen, diese unterscheiden sich bis zu 10 Prozent. Sich über den aktuellen Dispozins zu informieren ist nicht unbedingt einfach. Die wenigsten Kreditinstitute hängen ihre Daten öffentlich aus. Meist beschreibt tatsächlich das Kleingedruckte die Kostenfalle.

Teilweise gehen aus diesen Daten auch beabsichtigte Geschäftspraktiken hervor. Kunden, deren Überziehungskredit einen hohen Zinssatz beschreibt, werden gern zu einem Kredit mit einer bestimmten Laufzeit überredet, deren Zinssatz zunächst günstiger erscheint. Der effektive Zinssatz liegt oftmals in ähnlichen Bereichen wie der Dispokreditsatz. Außerdem verdienen Sachbearbeiter bei jedem erfolgreichen Kreditabschluss einen Bonus.

Während die Banken davon sprechen, dass höhere Disposätze einen positiven Lerneffekt bezogen auf das Konsumverhalten vollbringen, sehen Politiker einen anderen Ansatz für sinnvoll. So möchte Peer Steinbrück in Wahlkampfzeiten für einen einheitlichen, niedrigeren Disposatz werben. Seine Idee bezieht sich auf eine festgesetzte Obergrenze bezogen auf den aktuell festgelegten Leitzins der Deutschen Bundesbank.

Bildquelle: By Andrew Dunn (EN Wikipedia User Page) (Official Website) (Own work) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Über Arno Kuss

Freiberuflicher Redakteur, Autor und Storyteller. Themenschwerpunkte: Zeitgeist, Gesellschaft und Umwelt. Für mich zählt die Geschichte in der Meldung. Google+

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