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Deutsche Goldreserven sind weg

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(AK) Das erst kürzlich veröffentlichte Statement des Hedgefonds Managers William Kay sorgte in der Politik und der Finanzwelt für großen Aufruhr, denn wenn man ihm Glauben schenkt kann Deutschland sich darauf gefasst machen, dass von den im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven, vornehmlich in den USA und in Frankreich, nichts mehr übrig geblieben ist. Die amerikanischen Banken erhielten nämlich das Gold, um den Goldpreis weiter zu drücken. Was ist mit dem deutschen Gold passiert? Ist es wirklich verschwunden, wurde es per geheimen Vertrag gepfändet, oder geschmolzen? Mit welchen Folgen und Auswirkungen hat Deutschland, aber auch Amerika zu rechnen, wenn das deutsche Gold wie Kay frech postuliert wirklich weg ist?

Das deutsche Gold – was ist passiert?

Schon im vorigen Jahr kam es zu einem Skandal, als der Bundesrechnungshof die Bundesbank dazu aufforderte, die Goldbestände zur Bestandsaufnahme zu zählen und die Gesamtmenge zu ermitteln. Dies war jedoch nicht möglich, da die meisten Goldbestände Deutschlands seit dem 2. Weltkrieg im Ausland lagern – und zwar in den USA und teilweise ebenfalls in Großbritannien und Frankreich. Das Ergebnis dieser Forderung war ernüchternd, denn weder die Fed in New York noch London und Paris öffneten ihre Pforten für die Bundestagsabgeordneten, um die deutschen Goldbestände zu überprüfen – in der Finanzwelt und der Politik ein ausgemachter Skandal, der noch weit reichende Folgen nach sich zog und noch ziehen wird.

Als Reaktion auf die Verwehrung hat Deutschland nun das Vorhaben geäußert, die Goldreserven nach Deutschland zu transportieren. Um die genaue Menge und vor allem die Echtheit der Goldbarren zu überprüfen, soll das Gold in Deutschland eingeschmolzen werden. Da stellt sich doch die berechtigte Frage, was in Amerika mit dem Gold passiert sein könnte, was diesen Schritt der Bundesbank begründet. Hat Frankfurt etwa Angst vor Wolframbarren? Haben die Amerikaner das Gold gefälscht?

Die zahlreichen, sich nach und nach eröffnenden Abgründe über die Ungewissheit, was mit dem deutschen Gold passiert ist, sollten eigentlich für einen entsetzten Aufschrei aus der deutschen Bevölkerung sorgen – keine andere Nation würde sich einen solchen Umgang und einen solchen Skandal bieten lassen. Vor allem die Begründung Frankreichs und Englands – es gäbe keine geeigneten Räume zur Goldbesichtigung – ist blanker Hohn. Die Auswirkungen, die es haben könnte, wenn die Goldbarren wirklich gefälscht werden, schienen zu dem Zeitpunkt noch in der Bevölkerung niemandem klar zu sein. Aber es geht um die eiserne deutsche Reserve für krisenreiche Zeiten, ein Goldbestand im Wert von insgesamt 150 Milliarden Euro, der weltweit zweitgrößte Goldbestand, dessen Großteil im Ausland lagert, möglicherweise gefälscht ist und auf den Deutschland keinen Zugriff mehr hat.

Bringt William Kaye Licht in die Dunkelheit?

Den Spekulationen über den Verbleib des Goldes – wie z. B. es habe Geheimverträge nach dem 2. Weltkrieg bestanden, die den Schwund der deutschen Goldvorräte erklären würden, und vor allem die merkwürdigen Reaktionen aus New York, London und Paris sowie das unglaubliche Schweigen der deutschen Regierung – wurden nun langsam ein Ende gemacht. Mittlerweile hat William Kaye, der Hedgefonds Manager der Fed das Mysterium um den Verbleib und die potentielle Echtheit des Goldes ein wenig aufgelöst, in dem er ein unglaubliches Statement veröffentlichte, das in Unverschämtheit kaum noch zu überbieten ist.

Im Gespräch mit Eric King, dem Gründervater eines alternativen Finanzportals im Internet legte Kaye die Karten offen auf den Tisch. „Deutschland wird das Gold nie wieder sehen„, so Kaye. In regelmäßigen Abständen habe die Fed in letzter Zeit Goldreserven an die amerikanischen Banken wie JP Morgan oder Goldman Sachs „verliehen“, angeblich in Höhe von mehreren Tonnen, um den Goldpreis im Land zu drücken. Ein Leasing-Vertrag, der nun doch anders verläuft als gedacht, da die Fed auf Grund der weitreichenden Bankenkrise und der folgenden weltweiten Finanzkrise die verliehenen Goldreserven wohl doch nicht so schnell zurückerhalten wird wie ursprünglich gedacht – diese werden nämlich (sowohl die Fed-Goldreserven als auch das Gold der Bundesbank) wird auf dem Markt in Umlauf gebracht. Dieser Markt erstreckt sich vor allem über die asiatischen Länder. Ein Großteil sei nach China, Indien oder Russland geflossen.

Eine weitere, für Deutschland hoch alarmierende Entwicklung ist daraufhin in China zu beobachten, denn die tatsächlich vorhandenen Goldreserven in dem Land sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Beispielsweise Hong Kong seit dem Jahr 2011 kontinuierlich Gold über Hong Kong in das Land importiert – Beträge von über 2000 Tonnen Gold. Kaye verweist auf inoffizielle Zahlen der Goldbestände in China, die zwischen 4000 und 8000 Tonnen liegen.

Die Zukunft – eine Wiederholung der Geschichte, wilde Spekulationen oder ungeahnte Wendungen?

Langsam zeichnen sich die Konturen des Ausmaßes dieses Skandals deutlich ab und sowohl den Deutschen als vielen anderen Zentralbanken der Welt wird klar, dass der Dollar lange schon nicht mehr so sicher ist, wie er früher einmal gehandelt wurde. Zudem haben die amerikanische Regierung und die amerikanischen Banken massiv an Vertrauen und Glaubwürdigkeit auf dem weltweiten Markt einbüßen müssen, was sich stark auf das internationale Finanzwesen und die Wirtschaft auswirken wird.
Würden die amerikanischen Banken wie am Fließband beliebig viele amerikanische Dollars drucken, um so wieder Gold auf dem freien Markt zu verteilen, so würde das nur dafür sorgen, dass der Goldpreis in schwindelnde Höhen entgleitet. Eine Inflation des Goldes ohnegleichen. Dies wäre vor allem das letzte was die Fed beabsichtigen möchte, denn so würde sie der ganzen Welt demonstrieren, wie es wirklich um den Dollar bestellt ist.

Es stellt sich vor allem die Frage, warum Deutschland den Großteil seiner Goldreserven im Ausland gelagert hat. Ein Vorstandsmitglied der deutschen Bundesbank, Carl-Ludwig Thiele wurde letztes Jahr interviewt und er bezeichnete diesen Schritt, der nun schon über 60 Jahre zurückliegt, als die Gewährleistung der Bedeutung des Dollars als Währung, gültig für die gesamte Welt. Viele ungute Befürchtungen könnten sich langsam bewahrheiten, und viele glauben, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. So kam es in den 1960/70er Jahren zu dem Nixon-Schock, die sogenannte Abkopplung des amerikanischen Dollar vom Gold, der zu einer Inflation in nicht geahnten Ausmaßen und zu einem extremen Anstieg der Goldpreise führte.

Zudem werden andere Stimmen laut, die sich wieder in wilde Verschwörungstheorien und Spekulationen stürzen, deren Wahrheitsgehalt vielleicht doch höher sein könnte als gedacht – zumindest nach den Entwicklungen und Aussagen in den letzten Jahren zu urteilen. Es bestehe nämlich eine geheime Kanzlerakte der Alliierten, die seit 1949 bestand hat und die Souveränität der Siegermächte für Deutschland bis ins Jahr 2099 vorsieht. Jeder Bundeskanzler wäre gezwungen, diese Akte zu unterzeichnen, der Einzige, der sich erstmals für eine Weile geweigert hatte, sei Willy Brandt gewesen, scheinbar ohne jegliche Auswirkungen. In diesen Geheimdokumenten wäre ebenfalls die Verpfändung der deutschen Goldvorräte vorgesehen, eine Spekulation, die erklären könnte, warum die Reserven im Ausland lagern, Deutschland sie nicht einsehen kann (ohne eine sinnvolle Begründung) und die unglaubliche Aussage Kayes, Deutschland würde sein Gold nicht wieder sehen.

Trotzdem handelt es sich bei der Kanzlerakte nur um Spekulationen. Für Deutschland ist es nun wichtig, den wirklichen Verbleib der Goldreserven aufzuklären und für die weltweite Finanzwelt und Wirtschaft ist es wichtig sich auf mögliche Auswirkungen dieses Goldverlusts so gut wie möglich vorzubereiten, denn eine Inflation des Dollars oder des Goldpreises ist nach den momentanen Vorkommnissen kaum noch auszuschließen.

Über Andreas Kappler

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2 Kommentare

  1. Nur Bares ist Wahres. Wer’s nicht glaubt, wird beraubt.

  2. Gibt es denn das im Ausland gelagerte Gold überhaupt? Wer hat es jemals gesehen und angefasst?

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