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Debeka: Verträge auf offiziellen Veranstaltungen mit Lehrern geschlossen

(CT) Die Debeka steht weiterhin in der Kritik. Nachdem es bereits Kritik daran gab, dass die Versicherung ein Netz von 10000 Beamten hat, die im Auftrag der Versicherung neue Beamte werben, gibt es jetzt erneut Kritik an dem Unternehmen. Eine Kasselerin berichtete gegenüber einer Zeitung, dass es Anfang August im Kreishaus Kassel eine Veranstaltung gegeben hat, die als Pflichttermin für alle Referendare bezeichnet wurde. Es war eine Einführungsveranstaltung in den Schuldienst mit anschließender Vereidigung. Dabei soll auch ein Mitarbeiter der Debeka-Versicherung vorgestellt worden sein. Die ehemalige Referendarin berichtete, dass dieser so vorgestellt wurde, als würde er zum Programm gehören. Dieser gab ein paar Einführungen zum Vorteil des Beamtenstatus und empfahl den Referendaren, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Dabei erwähnte er, dass die Debeka sehr gut mit der Beihilfeabteilung des Regierungspräsidiums zusammenarbeite. Einige Studenten, so berichtet die Referendarin, schlossen im Anschluss noch eine Krankenversicherung bei der Debeka ab.

Debeka verteidigt sich: Das ist normales Geschäftsgebaren

Auf den Bericht reagierte die Versicherung erwartungsgemäß mit einem Dementi. Es sei ganz normales Geschäftsgebaren. Wer zu solchen Veranstaltungen eingeladen werde läge zudem im Ermessen der Veranstalter und nicht der Versicherern. Im Fall Debeka geht es im Wesentlichen darum, dass die Versicherungen entweder von Behörden oder Beamten Daten erhält um frisch zu Verbeamtende direkt anzuwerben. Die Debeka selbst behauptet jedoch, dass es sich um ganz legale Mittel handele.

 

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12 Kommentare

  1. Das sind ja erschreckende Nachrichten. Vor kurzem war bei meiner 16 jährigen Tochter ein Mann von der AOK in der Klasse und hat einen Vortrag zum Thema Jobsuche und Bewerbung gehalten und anschließend jeden nach seiner Adresse befragt und ob man sich später da Versichern will. Skandal. Auch auf dem letzten Krämermarkt hier war ein Stand der Volksbank. Die haben sich tatsächlich getraut die Leute zu fragen ob sie schon eine Pflegetagegeldversicherung haben. Mann stelle sich das vor. Einfach unschuldige Leute angesprochen. Aber es geht noch schlimmer. Auf einer Baumesse hab ich es tatsächlich erlebt dass es ein Sparkassenbanker gewagt hat einen Votrag zum Thema Baufinanzierung zu halten und dabei Unterlagen austeilte die das Sparkassenlogo aufgedruckt enthielten. Mal ehrlich, sollte man nicht langsam mal die Kirche im Dorf lassen? Man sollte sich mal überlegen was hier aufgrblasen wird. Die größte deutsche private Krankenversicherung und Selbsthilfeeinrichtung der öffentlich Bediensteten, mit dem Namen Debeka (Deutsche Beamtenkasse) hält einen Vortrag über die Krankenabsicherung für Beamte und empfiehlt sich. Wie schrecklich verwerflich :-)))

  2. Es ist wohl unbestritten, dass bei aktueller Gesetzeslage für einen Beamten nur die PKV in Frage kommt. Wenn sich nun ein Referendar am ersten Arbeitstag noch nicht um eine Krankenversicherung bemüht hat, dann sollte er still sein und sich freuen, dass jemand mit einem mütterlichen Tipp auf die PKV hinweist. Anschließend kann man sich Angeboten von Mitbewerbern einholen. Und wer einfach blind ohne Ahnung Verträge abschließt, kann darüber hinaus froh sein, dies bei der Debeka gemacht zu haben, denn man hätte weit schlechter versichert sein können 😉

  3. Hallo,
    ich bin seit Jahren bei der Debeka versichert und sehr zufrieden. Ich versteh langsam nicht mehr, warum hier andauernd rumgegackert werden muss. Im Büro neben mir sitzt ein „Vertrauensmann“ der HUK, drei Zimmer weiter der Versicherungskammer Bayern, im Stock über des BHW. Es wird jeder sich doch wohl selbst die Firma herraussuchen mit der er/sie Geschäfte macht bzw. wo er wegwechselt.
    Scheinbar wechseln von der Debeka nicht so viele weg, also wird’s dort vielen passen…
    In den Behörden gehören sich keine Geschäfte gemacht! Das wird auch – zurecht – zunehmend von den Leitern eingeschränkt. Das aber nun zum bisher ungekannten Skandal zu erklären ist nur lachhaft…

    Gruß

    Josef

    PS: Mal gefragt wie Siemens Geschäft macht… das sagen Dir die Mitarbeiter offen…. und das ist Bestechung!

  4. Und schon wieder ein unqualifizierter Bericht. Die AOK oder Barmer-GEK oder, oder… halten ebenfalls Vorträge in den Abgangsklassen der Schulen und dort gibt es auch Prämien und die bringen Kalender und Werbemittel mit. *kopfschüttel* Was für ein „toller“ Berichte! Die AOK und alle anderen sind nämlich „Samariter“ und machen das „ohne Hintergedanken“ vllt den einen oder anderen „versichern“ zu wollen! Die Debeka bietet schon seit über einem Jahrhundert ihre Dienste im ö.D. an und logischerweise will man diese Menschen dann auch versichern!

  5. Was nicht gesetzlich verboten ist,
    Ist also automatisch legitim?
    Ja klar, denn Vergehen gegen so-
    genannte Wettbewerbsrichtlinien
    sind ein zahnloser Tiger.
    Soll mal jemand klagen…..
    Bringt zwar die Branche in Verruf..
    Wird mal Zeit fuer ein Machtwort
    der Justitz……

  6. Das Spiel bei der Debeka läuft schon viel länger als bisher berichtet wurde. Bereits 1977 stand ein Außendienstler der Debeka unangemeldet vor unserer Haustür und gratulierte meiner Frau zur Anstellung als Referendarin in Aachen. Die offizielle Benachrichtigung kam etliche Tage später.
    Und dass es „Mitarbeiter“ der Debeka waren, glaubt doch niemand ernsthaft. In dem großen Stil kann das nur von Führungskräften organisiert worden sein, auch von denen, die heute Erinnerungslücken haben.

  7. Vorwürfe hin oder her. Ich selbst bin als Beamte bei der debeka versichert und das seit mehreren jahren mehr als zufrieden. Jedes Unternehmen lässt heutzutage doch eine Prämie fließen, wenn bestehende Kunden Mitarbeiter werben. So auch eine bestimmte Zeitung, die für ein erfolgreich vermitteltes Abo sich erkenntlich zeigt…

  8. Hat sich mal Jemand gefragt, wieso fast alle selbständigen Handwerker mindestens einen Vertrag bei der Signal Iduna haben?
    Da läuft das über die IHKn…

  9. Meinen Glückwunsch an die Referendare, die sich (mit Sicherheit aus freien Stücken) für eine beihilfekonforme Absicherung bei der Debeka entschieden haben. An die Redaktion von „claro.de“ ein herzliches „Guten Morgen !“
    Wenn Sie sich denn den Schlaf aus den Augen gewischt haben, sollten Sie sich Ihren Artikel vielleicht nochmal bei Tageslicht betrachten. Im Ergebnis einer seriösen Recherche werden Sie mit Sicherheit nicht einen einzigen Beamten
    finden können, der „im Auftrag der Debeka“ einen „neuen Beamten“ wirbt. Einen solchen Auftrag gibt es vielleicht für einen angestellten Mitarbeiter des Unternehmens Debeka. Und das beschäftigt keine Beamten. Wirklich nicht. Der Beamte
    kann aber „seine Versicherung“ „empfehlen“. Bitte achten Sie auf diesen kleinen Unterschied. Freundliche Grüsse und beste Wünsche – auch für Ihr Streben nach Objektivität. 🙂

  10. Herr Schwarz mit Verlaub, das geht wohl auch ein wenig an der Realität vorbei oder wie erklären Sie es sich, dass ein Debeka-Mitarbeiter einige Tage nach Unterzeichnung des Beamtenausbildungvertrages unaufgefordert den jungen zukünftigen Beamtenanwärter anruft und einen Termin zum Abschluss einer privaten Restkostenversicherung vereinbaren will?
    Das ist zwar schon 2 Jahre her, aber Realität und wo der Debeka-Mitarbeiter wohl die Adresse eines wildfremden Menschen her hat – sicher hellseherische Fähigkeiten?
    Vielleicht hat ein Beamter dem Debeka-Mitarbeiter die Debeka für den Beamtenanwärter empfohlen und nicht der Beamte dem Beamtenanwärter – soviel zur Empfehlung.
    Aber heute geht das ja nicht mehr – sollte man meinen, zum einen aus Datenschutzgründen und zum anderen drohen seit dem 9.Oktober 2013 je Fall bis zu 300.000 € Bußgeld bei unaufgeforderten Telefonanrufen von Privatpersonen ohne dessen vorherige ausdrückliche Zustimmung .
    Im Übrigen empfiehlt der Beamte sicher eher nicht im Auftrag der Debeka, da bin ich bei Ihnen, sondern in seinem eigenen Auftrag (Interesse).
    Bleibt nur zu hoffen, dass dieser jahrzentelangen Praxis der Debeka eine Ende bereitet wird, denn das ist nun einmal wettbewerbswidrig – das gilt natürlich nicht nur für die Debeka.
    Es geht hier ja nicht darum, die Leistungen oder Tarife der Debeka zu bewerten, sondern nur um die Praxis der „Kundengewinnung“.

    • Gerhard, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich denke, wir sind nicht weit auseinander. Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist natürlich nicht in Ordnung. Ich verstehe unter einer „regulären“ Empfehlung selbstverständlich, dass der Kontakt nur nach dem vorhergehenden Einverständnis des „Empfohlenen“ hergestellt wird, also der Beamte den Anwärter auf „seine“
      Versicherung hingewiesen und dessen Zustimmung für eine Kontaktaufnahme durch den Debeka-Mitarbeiter erhalten hat.
      Meine – inzwischen schon 23 Jahre dauernde – Mitgliedschaft als Versicherter und Mitarbeiter der Debeka ist durchaus von einem realen Blick auf die „Vertriebswege“ meines Unternehmens geprägt. Und es ist nicht die „jahrzehtelange Praxis der Debeka“, der „ein Ende bereitet“ werden muss, sondern den Praktiken einiger weniger Mitarbeiter, die gegen Datenschutzbestimmungen und damit auch gegen ihre arbeitsvertraglichen Verpflichtungen verstoßen haben.
      Persönlich setze ich auch für die Zukunft darauf, dass das weitere Wachstum der Debeka daraus resultiert, dass zufriedene Mitglieder „ihren Verein“ weiterempfehlen. Und das nicht nur wegen seiner Produkte, sondern auch auf Grund seiner vielen integren Mitarbeiter.
      Freundliche Grüße

  11. Seit über 30 Jahren bin ich nun schon in diesem Bereich tätig und nehme die Berichterstattung nur kopfschüttelnd zur Kenntnis. Was die Debeka tut bzw. getan hat, ist seit „Jahrhunderten“ gelebte Praxis. Nicht nur in der Versicherungswirtschaft. Wer jemals in seinem Leben eine Zeitung abonniert hat, hat Erfahrungen zum Datenschutz gesammelt, die er nicht sammeln wollte.
    Also den erhobenen Zeigefinger ganz schnell senken und sich auf wirklich wichtige Dinge des Lebens konzentrieren. Ein gutes Produkt hat es verdient, unter die Leute gebracht zu werden. Übrigens bin ich kein Debekamitarbeiter, allerdings im Markt der PKV schon sehr lange unterwegs, um zu wissen was Qualität hat und was nicht.
    Vielleicht schafft es daher der geübte Journalist, einen Blick auf die Hanse-Merkur zu werfen, die immer noch mit einem Rechnungszins von 3,5 % kalkuliert und damit jedem Neukunden bereits zu Vertragsbeginn eine Beitragsanpassung verkauft, die unumgänglich ist!!!! Das ist in meinen Augen unlauter.
    Oder warum ist Dr. Karl Lauterbach zum Beispiel als Aufsichtsrat aus den Rhön-Kliniken ausgeschieden? Hat er auf seine Tantiemen verzichtet, da diese durch die PKV finanziert werden? Wieso ist der Mensch PKV versichrt, wenn in diesem System alles so schlecht ist? Mir würden noch viele Fragen einfallen, die wirklich interessanter wären, als die gelebte Praxis in der Wirtschaft. Wer in unserer Republik behauptet, der Datenschutz würde funktionieren ist entweder blind oder ein heuchler.

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