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Breitband-Anbindung: Die letzten fünf Prozent kosten 3850 Euro pro Haushalt

(CT)Flächendeckendes Breitband-Internet ist schon seit langer Zeit ein Versprechen, mit dem Bundesbürger endlich einen schnellen Internetzugang bekommen sollen. Das letzte Versprechen, welches aus den Koalititionsverhandlungen hervor gesickert ist: Bis 2018 soll jeder Bundesbürger einen Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde bekommen. Doch dieses Vorhaben könnte teuer werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat hierfür eine Studie in Auftrag gegeben, mit deren Hilfe die Kosten überschlagen können werden sollen. Laut dieser Studie werden bei Verwendung von einem optimierten Technologie-Mix 20 Milliarden Euro für den Ausbau fällig. Für die Versorgung der letzten fünf Prozent zur Flächendeckung würden dabei laut dieser Studie 3850 Euro pro Haushalt anfallen. Noch teurer würde es werden, wenn jeder Haushalt eine Anbindung ans Glasfaser-Netz bekommt. Der TÜV Rheinland berechnete hier Kosten von 93 Milliarden Euro.

Die Frequenzzuteilung wird beim Breitband-Ausbau in Zukunft eine wichtige Rolle spielen

Derzeit nutzen in Deutschland 58,3 Prozent aller Verbraucher Breitband. Laut dem D21-Digital-Index ist jedoch die Verteilung der Breitband-Nutzer in der Bundesrepublik noch sehr ungleich. So sei Berlin die Stadt mit dem höchsten Anteil der Nutzer eines schnellen Internetanschlusses. Hier liegt der Anteil bei 62,9 Prozent. Der Rest im Osten Deutschlands muss jedoch derzeit noch mit einer geringen Versorgung klar kommen. In Sachsen-Anhalt beispielsweise nutzen derzeit lediglich 48,9 Prozent aller Nutzer überhaupt einen schnellen Internetanschluss. Auf der Konferenz der Deutschen Breitbandinitiative wird derzeit spekuliert, wie das schnelle Internet noch mehr Nutzern zugänglich werden könnte. Eine Lösung könnte eine neue Frequenzzuteilung sein. So könnte etwa durch den Einsatz der Technologie LTE Advanced im ländlichen Raum schnelles Internet ausgebaut werden. Dabei würden sich theoretisch 14 Milliarden Euro beim Breitbandausbau einsparen lassen. Allerdings müsse dafür, so wurde betont, ein ausreichendes Frequenzspektrum zur Verfügung stehen. Wenn dieses nicht zur Verfügung steht, so müssten zusätzlich 34 Milliarden ausgegeben werden oder fünf Prozent der Bevölkerung könnten eben nicht mit 50 Megabit Breitband versorgt werden.

 

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