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Banking – Die schmutzigen Machenschaften der Superreichen

Bild: Bernd Kasper  / pixelio.de
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de

(AK) Das Vertrauen zu Banken sinkt immer weiter – doch wer könnte es einem verübeln? So undurchsichtig wie die Branche ist, so skrupellos ist sie zugleich. Das Schlagwort der Neuzeit lautet „Profitmaximierung“ und wer in dieser Rolle den Verlierer spielt, liegt praktisch auf der Hand. Zwar landen Banken wie Goldman Sachs häufig in der Negativpresse, doch die genutzten komplizierten Begrifflichkeiten und Fachjargons machen es einem Normalverbraucher praktisch unmöglich einen Einblick in das Geschehen zu erlangen. Ganz zu schweigen von der Komplexität des Aktienhandels – sollte die Börse doch im Grundgedanken lediglich die Geldmittel für die Realwirtschaft zur Verfügung stellen, ist sie heutzutage mehr ein Spielplatz für rücksichtslose Hedgefonds-Manager.

Es ist keine große Neuigkeit festzustellen, dass der Ruf von Banken in den letzten Jahren immer weiter gesunken ist. Nicht nur die Finanzkrise hat das Ansehen von Geldinstituten langsam aber sicher sinken lassen, viele befremdliche Begriffe lassen den Normalbürger stutzen.
Für Laien war das Bankwesen immer schon ein wenig undurchsichtig, doch in den letzten Jahren hat dieser Zustand immer weiter zugenommen. Die Mechanismen sind teilweise derart kompliziert, dass sogar sogenannte Experten nur ihr eigenes Spezialgebiet abdecken können. Komplizierte Begrifflichkeiten und Fachjargon animieren nicht sonderlich dazu, dem Thema weiter Aufmerksamkeit zu schenken. Man legt sein Vertrauen in die Hände von Politikern oder Experten oder Kontrollinstanzen und hofft, dass sie alles tun, um die Sicherung seiner Lebensumstände zu gewährleisten. Doch im Endeffekt hat man überhaupt keinen Einfluss auf diesen Faktor.

Auch die Debatte um eine „Reichensteuer“ wird ständig wieder neu aufgerollt. Doch sollte sich nicht erst einmal darüber Gedanken gemacht werden, ob das System fehlerhaft ist, anstatt den Vermögenden zur Kasse zu bitten? Es wäre wohl kaum die richtige Lösung, denn selbst wenn es durch dieses Geld für einige Jahre eine Erleichterung geben würde, die Probleme wären ja nicht aus der Welt geschaffen.
Banken ist es nicht gestattet Geld zu erzeugen, dass sie für sich selbst nutzen dürfen. Allerdings dürfen sich Banken untereinander Kredite geben. Wie bei einem normalen Kredit, braucht auch die Bank Aktivposten, die allerdings nur wenige Prozent der eigentlichen Haftungssumme betragen. Oft besitzen Banken einige Zweckgesellschaften, die rechtlich unabhängig handeln. Dies hat zur Folge, dass es für den Bürger XY, allerdings auch für Kontrollinstanzen immer undurchsichtiger wird, wie die Bank im Einzelnen agiert.

Banken + Börsen

Neben der großen Auswahl an unglaubwürdigen Banken ist auch an vielen Börsen einiges verwirrender geworden. Die Institution „Börse“ sollte im weitesten Sinne dafür sorgen, dass der Realwirtschaft so schnell wie möglich Geldmittel zur Verfügung gestellt wird. Es wurden an kleineren Plätzen Kauf- und Verkaufsangebote verglichen woraufhin ein Preis festgelegt wurde, der ein möglichst großes Volumen erzielte. Obwohl man sagen kann, dass ein Handel pro Tag reicht um Kapital bereitzustellen (was ja der eigentliche Sinn und Zweck einer Börse ist), lechzen die Banken nach immer mehr.
Besonders gefährlich ist die Tatsache, dass nicht nur die Banken für sich selbst spekulieren, sondern dass dies meist auch noch im Auftrag von Anlegern geschieht. Werden Informationen von Angestellten weiter gegeben und für die eigenen Zwecke verwendet, ist mit einer Gefängnisstrafe zu rechnen.

Derivate

Derivate sind die Finanzinstrumente, mit denen man auf die Entwicklung von Preisen, Kursen etc. wetten kann. Die Preise von Derivaten richten sich nach den Kursschwankungen oder den Preiserwartungen anderer Investmentbanker. Sie sind also so konzipiert, dass sie Preisschwankungen nachvollziehen können. Derivate werden in zwei verschiedene Kategorien unterteilt: Zum einen sind dies die Optionen, zum anderen die SWAPs.
Unter Optionen versteht man den Erwerb des Rechts zum Kauf oder Verkauf einer Aktie oder einer anderen Bezugsgröße. Das Kaufrecht wird auch Call genannt, wobei das Verkaufsrecht als Put betitelt wird. Inhaber einer Put-Option haben grundsätzlich nicht die Pflicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder bestimmten Zeitpunkt eine vorerst festgelegte Anzahl eines bestimmten Basiswertes zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.

Der Kurs der Put-Option steigt dadurch automatisch tendenziell an, wenn der Kurs des Basiswertes fällt. Ab dem Moment an dem der Kurs des Basiswertes steigt, fällt andererseits normalerweise der Kurs der Put-Option. Meistens werden diese Optionen bei Aktien genutzt. Man kann beispielsweise eine Aktienoption erwerben, die einen Monat gilt. Zu Anfang kostet die Aktion 10EUR und nach einem Monat liegt der Preis schon bei 12EUR so ist es Ihnen möglich (durch die Aktienoption) die Aktie immer noch für 10EUR zu erwerben. Nach dem Erwerb kann man sie sofort wieder für 12EUR verkaufen und liegt somit bei einem Gewinn von 2EUR. Müsste man die Aktie allerdings für 10EUR verkaufen, macht man 2EUR Verlust, was die Put-Option aufzeigt. Im Gegensatz zu den Optionen gibt es das SWAP, dem Austausch von Zahlungsströmen (Cash Flows) beliebiger Art. Hierbei tauschen die Vertragspartner Optionen aus. Diese müssen allerdings das gleiche Risiko für beide darstellen und können mittels Duplikationen bewertet werden. Dabei wird jeweils eine Anleihe der Vertragspartner mit dem jeweiligen Zahlungsstrom beobachtet. Die Mittel, die auf diese Art und Weise untereinander getauscht werden sind in den häufigsten Fällen Zinssätze, Währungen, Kredite oder andere Finanzeinheiten.

Zwischen dem Begriff Derivat und Derivathandel gibt es allerdings auch deutliche Unterschiede. In dem Fall, dass eine Versicherung auf Ihr Haus abgeschlossen wird, die sie im Falle eines Feuers entschädigen soll, so bekommen Sie nur den Wert der Dinge erstattet, die auch in der abgeschlossenen Versicherung beinhaltet waren. Beim Derivathandel ist es allerdings möglich, dass auch andere ihnen unbekannte Menschen eine Versicherung auf das Haus abschließen können.
Diese „Wetten“ werden allerdings nicht beliebig abgeschlossen, sondern setzen eine strategische Planung voraus. Das Risiko ist nämlich ebenso gegeben, dass man bei diesen Wetten verlieren kann, auch wenn man zum Teil abgesichert ist.

London – The Place to be

Dreh- und Angelpunkt von Finanzgeschäften ist das Finanzzentrum der britischen Hauptstadt London, welches den Namen „City of London“ trägt. Dieses Finanzzentrum verfügt über einige Sonderrechte, die ihnen ermöglichen so wenig wie möglich über ihre Geschäfte mitzuteilen. Hierbei meldeten sich insgesamt 16 große Geldinstitute, die sich gegenseitig Gelder zur Verfügung stellen.
Doch was ist mit den Max Mustermännern und Frauen unter uns? Haben wir überhaupt noch eine Chance dieses Chaos zu durchblicken? Wollen wir das denn überhaupt, oder verstecken wir uns vor einer Wahrheit die wir nicht sehen wollen? – Wir möchten Politikern glauben, den Banken vertrauen, hoffen, dass sich schon jemand unserer Probleme annimmt. Irgendjemand wird’s schon richten! Vorausgesetzt wird, dass Banken sich untereinander helfen, sollten einzelne Verluste erleiden. Und was bedeutet das für die Bürger? Es wird von den Steuergeldern genommen und das dürfte wohl für keinen eine passende Lösung der Situation darstellen.

Es muss also einfach mehr Aufklärung in diesen Bereichen geben. Es wird wohl einige Menschen geben, die sich nicht daran stören ahnungslos in Bezug auf dieses Thema zu sein, doch sicherlich fragen sich viele Menschen, was in den Geldinstituten vor sich geht. Diese Frage wird erst recht lauter werden, wenn einige der Banken Verluste haben, dann geht es nämlich an die Steuergelder der Bevölkerung. Spätestens dann wird jeder einzelne nach Antworten suchen.

Über Andreas Kappler

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