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Amazon verlässt zum Teil Deutschland – zuviele Streiks und zu hohe Lohnkosten

AmazonDer Online-Vollsortimenter Amazon steht unter anderem für eine schnelle Zustellung der bestellten Waren. Als Pluspunkt nennen die Kunden darüber hinaus eine vergleichsweise unkomplizierte Abwicklung von Retouren und ein Preisniveau, das sich mit dem anderer Wettbewerber messen lassen kann. In jüngster Vergangenheit verdrängen jedoch zunehmend Negativschlagzeilen über den amerikanischen Online-Händler dessen werbewirksame Bewertungen. Jüngste Abwanderungsspekulationen um den Marktführer im Internet-Handel heizen diese Entwicklung zudem an.

Verlässt Amazon den Standort Deutschland?

Durch die polnische Wirtschaftszeitung „Puls Biznesu“ kommt eine neue Spielart in den schwelenden Streit zwischen dem Online-Versender auf der einen und Mitarbeitern und Gewerkschaftern auf der anderen Seite. Standortschließungen in Deutschland und Verlagerungen von Logistik-Zentren sowie Kundendienst-Zentralen nach Polen und Tschechien sind nach Angaben des wochentäglich erscheinenden Wirtschaftsblattes von Amazon beabsichtigt. Über die Nachrichtenagentur AFP dementiert Amazon Deutschland verhalten jegliche Expansions- beziehungsweise Verlagerungsabsichten.

Ein riskantes Spiel mit dem Image

Fakt ist, dass die Berichterstattung Amazon betreffend in den letzten Monaten beherrscht wird von Meldungen über unzufriedene Mitarbeiter, kontroverse Debatten um Lohnangleichungen und Streiks. Der Wettbewerb im Segment des Versandhandels ist hart. Es wird um jeden Cent gerungen, der eingespart werden kann. Im Rahmen der Preisgestaltung bei der angebotenen Produktpalette können kaum noch Gewinne erwirtschaftet werden. Hier belauern sich die Anbieter und versuchen stetig, sich gegenseitig zu unterbieten.

Personalkosten beeinflussen den Unternehmensgewinn

Es bleibt der Weg der Kostenoptimierung über Einsparungen im Bereich der Personalkosten. Im Fall des amerikanischen Konzerns eskaliert der Streit um tarifliche Ausgleichszahlungen für Feiertage, Zuschläge für Nachtarbeit und für die geleisteten Arbeitszeiten an Sonntagen. Die Haltung von Amazon hat zu einem Aufbegehren der Belegschaft geführt. Mit Arbeitsniederlegungen reagieren gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte zum Beispiel im Logistik-Zentrum Bad Hersfeld auf die Weigerung des Unternehmens, die Tarife des Einzel- und Versandhandels auf die Belegschaft anzuwenden. Das Verwirrspiel um eine geplante Standortverlagerung von Teilen der Logistik kann in diesem Zusammenhang zwei Wege aufzeigen. Zum einen ist eine Ankündigung, auch die versteckte, eine mögliche Maßnahme, die Proteste der Beschäftigten zu ersticken. Zum anderen wäre nach dem Vollzug derartiger Pläne eine Weile Ruhe – wenn polnische und tschechische Arbeiter nicht dem Weg ihrer deutschen Kollegen folgen.

Bild: Pressebilder – amazon

Über Andreas Kappler

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