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Aktuelle Studie: Erdöl und Erdgas reichen keine 20 Jahre mehr

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(AK) Verbraucher spüren es schon seit Langem: Die Preise für Benzin, Heizöl und Gas steigen kontinuierlich an. An dieser Situation wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern. Grund dafür ist der Rückgang der Ressourcen an Öl und Gas. Nach Einschätzung von Experten reichen die Vorräte an fossilen Brennstoffen weltweit noch höchstens 20 Jahre.

Bestände an förderbarem Öl und Gas gehen zur Neige

Die US-Amerikaner hatten aufgeatmet, als eine Meldung der Internationalen Energieagentur IEA die Runde machte, dass die Förderung von Gas und Öl durch das umstrittene Fracking-Verfahren gesteigert würde. Dadurch sollten die Energiereserven weitaus länger reichen, als bisher vorausgesagt wurde. Dieser Einschätzung können sich europäische Wissenschaftler und Politiker der Energy Watch Group EWG nicht anschließen. Nach ihrer Meinung sind die Bestände an förderbarem Öl und Gas weitaus geringer. Nach einer von der EWG durchgeführten Studie ist in 20 Jahren vor allem in Europa mit einem Energiekollaps zu rechnen. Wirtschaftskrisen werden die Folge sein.

Explosionsartige Preisanstiege zu erwarten

Für Autofahrer stellte der Autor der Studie, der Vorstand der renommierten Ludwig-Bölkow-Stiftung Werner Zittel, Benzinpreise in Aussicht, die nicht mehr unter zwei Euro fallen dürften. Explosionsartige Anstiege der Preise für alle Kraftstoffe, die auf der Basis von Erdöl und Erdgas produziert werden, seien zu erwarten. Der Vorsitzende des Parlamentarierbeirats der EWG, Hans-Josef Fell, spricht gar von einer „totalen Überschätzung der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe“. Die Fördermengen von Erdöl und Erdgas sind seit 2006 nicht gestiegen, sondern eher rückläufig. Nennenswerten Steigerungen sind nicht zu erwarten, sodass sich eine Energiekrise in den nächsten 20 Jahren unausweichlich ist.

Erneuerbare Energie als Ausweg aus der Krise

Die europäischen Experten sehen nur einen Weg aus der Misere. Der Ausbau der erneuerbaren Energie muss deutlich vorangetrieben werden. Da durch die geplante Abschaltung von Atomkraftwerken der Wegfall von Energie aus Öl und Gas nicht aufgefangen werden kann, kann die Versorgung nur durch Energie aus Wind, Sonne und Wasser erfolgen. Gerade in Europa, das auf die Einfuhr von fossilen Brennstoffen angewiesen ist, sind ohne die erneuerbaren Energien wirtschaftliche Krisen unvermeidlich. Im Jahre 2011 hatten die Einfuhren von Öl und Gas ein Volumen von 400 Milliarden Euro, die die 27 EU-Staaten aufbringen mussten. Diese Beträge dürften in den nächsten Jahren erheblich höher sein.

Energiesparen durch Umdenken

Auf Verbraucher kommen also schwere Zeiten zu. Durch den zu erwartenden explosionsartigen Anstieg der Benzin- und Heizkosten sind finanzielle Einbußen zu erwarten. Doch auch die Verbraucher können ihren Teil dazu beitragen, kostbare Energie und Geld zu sparen. Der bewusste Umgang mit Kraftstoffen aus fossilen Brennstoffen erfordert ein Umdenken hinsichtlich Mobilität und Komfort. Um die Kosten für die teure Energie wenigstens einigermaßen im Griff zu behalten, muss der Energieverbrauch im privaten und geschäftlichen Bereich massiv gesenkt werden. Zudem empfiehlt es sich, regelmäßig Anbietervergleiche durchzuführen, um die Kosten niedrig zu halten.

Über Andreas Kappler

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