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Adblock Plus – Einblicke in ein mafiöses Werbenetzwerk

Foto: auremar - Fotolia.com
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(AK) Hinter Adblock Plus versteckt sich offenbar eine aggressiv werbende Werbeindustrie. Webseitenbetreiber sind hiervon besonders betroffen, da sie sich den mafiösen Strukturen der Werbeindustrie so einiges gefallen lassen müssen. Dieses Add-on ist also für Webseitenbetreiber gefährlicher als es bisher den Anschein hatte. Es wird Webseitenbetreibern geraten einen Add-Blocker ihrer Wahl zu nutzen, aber auf gar keinen Fall den von Adblock Plus. Adblock wird bisher als Browsererweiterung für Chrome und Firefox genutzt. Mit über 200 Millionen Downloads auf Firefox ist das Add-on weiterhin auf dem Vormarsch bei den Usern weltweit. 15 Millionen Nutzer durchschnittlich nutzen dies täglich. Ca. 30 Prozent der User kommen aus den USA, gefolgt von 20 Prozent Deutschen. Adblock Plus ist besonders beliebt in Mexiko. Bei Chrome gibt es auch mehrere Millionen Nutzer dieser Software. Doch warum ist Adblock Plus so gefährlich und unterschiedlich zu anderen Add-on’s? Dies soll im folgenden geklärt werden.

Adblock Plus als Erpressungsmethode für Webseitenbetreiber

Adblock Plus ist ein Produkt der Kölner Eyeo GmbH. Und das, obwohl als Inhaber ein Wladimir Palant angegeben ist. Angeblich beschäftigt die Kölner Eyeo GmbH bereits 15 Mitarbeiter. Es ist zumindest fragwürdig, wie eine Firma als GmbH existieren kann, deren einziges Produkt eine kostenlose Browser-Erweiterung ist. Und weitere Stellenanzeigen laufen bereits. Im August 2010 berichtete Techcrunch unter Berufung auf interne Kreise, dass Adblock Plus einen Partner gefunden habe, der die weitere Entwicklung von Adblock Plus „positiv vorantreiben könne“. Nach Einstieg dieses Partners wurde eine Erweiterung der Software verzeichnet. Seit Ende 2011 verfuegt das Add-on nach der Installation oder Aktualisierung über eine aktivierte Option namens „Acceptable Ads“. Diese ist dann standardmäßig installiert. Diese „Acceptable Ads“ sollen akzeptierte Werbeanzeigen laut des Inhabers sein, die nicht aufdringlich wirken sollen. Trotz der Blockierung von Werbeanzeigen sollen diese aufgewählten Werbungen dann trotzdem angezeigt werden können. Einen Adblocker braucht man jedoch nur, wenn man auf aufdringliche Werbung in einem Popup-Fenster verzichten möchte. Adblock Plus umgeht also mit seiner Software bei Millionen von Nutzern weltweit das eigentliche Ziel: Das ungewollte Einblenden von Werbeanzeigen. Der offizielle Adblock Plus Slogan lautet „ein Web ohne nervige Werbung“. Dies wird nach Meinung vieler aber umgangen, denn unerwünschte Werbung wird nicht gänzlich vermieden, sondern „ausgewählte Werbepartner“ erhalten eine Zulassung ungewollt werben zu dürfen. Für viele Menschen weltweit ist dies ein Skandal ohnegleichen.

Adblock Plus in der Kritik

Der zweite Geschäftsführer Till Faida spricht derzeit gar von „mehreren strategischen Partnern“, mit denen man „neue Geschäftsfelder eröffnen könne“. Till Faida gehören verschiedene Domains. Till Faida hat als Geschäftsführer der Eyeo GmbH schon mehrere Geschäftsfelder eröffnet. Zumindest einige davon erscheinen unabhängigen Beobachtern als zwielichtig. Denn auf seinen diversen Seiten hat Till Faida dann doch Werbung geschaltet. Auf chromeadblock.org wird Adblock Plus ausschließlich positiv bewertet. Das ist auch kein Wunder, denn hier besteht ein Joint Venture. Auf einer Plattform chrome-plugins.org wird Adblock Plus sogar in einem Test zur besten Browser-Erweiterung für den Chrome Browser gekürt. Einen faden Beigeschmack erhält jedoch die Tatsache, dass chrome-plugings.org auch Hern Till Faida gehört. Somit wäre dies dann Eigenlob. Gefakte Testberichte und getürkte Auszeichnungen werden Herrn Till Faida immer wieder unterstellt: Auf anonymisierten Blogs kann sich hierzu jeder selbst seine Meinung bilden. Das ganze Repertoire an angeblich sicherer Software von Adblock Plus erscheint auch für Nicht-Insider zumindest fragwürdig. Wenn man jedoch als Laie nach der Software googelt liest man eine Lobeshymne nach der anderen. Wie passt das zusammen? Es kommt der bittere Beigeschmack auf, dass hier bewusst im Internet angeblich sichere Testberichte von „unabhängigen Usern“ existieren. Doch wer weiß schon wirklich, wer diese angeblichen Testberichte verfasst hat?

Die Software Adblock Plus lässt viele Fragen offen

Die Eyeo GmbH mit Sitz in Köln, dem Hersteller von Adblock Plus, setzen immer mehr Kritiker zu. Angeblich ist die Eyeo GmbH auf Expansionskurs. Es fragt sich nur mit welchen Mitteln? Gerade im Internet sind die Gefahren groß, wenn es um unlautere Geschäftsmethoden geht. Umso besser ist es dann, wenn man als User für sich kritisch die Software Adblock Plus überprüft, bevor man sie einfach so installiert. Schließlich gibt es genügend Ausweichmöglichkeiten von anderen Anbietern, die sich in der Hinsicht nicht solchen Kritiken stellen müssen. Christian Dommers ist bei der Eyos GmbH für das „Project Management“ zuständig und somit auch für die so genannten „strategischen Partnerschaften“. Zugleich soll er als „Advisor“ tätig sein, also beispielsweise unerfahrene Start Up-Unternehmen beraten, die neu auf dem Markt sind. Ein anderer Name ist Tim Schumacher, der im Aufsichtsrat der Sedo AG sitzt. Hauptaktionär der Sedo AG und damit Eigentümer ist die United Internet AG. Die United Internet AG soll eigenen Angaben zufolge ein führender Internet-Spezialist sein, der seinen Kunden viele verschiedene Dienstleistungen anbietet. Die United Internet AG nennt angeblich rund 32 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts sein eigen. Zudem soll es fast 12 Millionen kostenpflichtige Kundenverträge geben. Es sei dahingestellt, ob diese Angaben stimmen. Die seitens der Adblock Plus zertifizierten „Acceptable Ads“ findet man auf allen gmx.Domains, web.de Domains und auf 1&1. In der Bundesrepublik Deutschland werden die Sedo-Domains in einem Win-Win-Agreement mit Links von QE GmbH & Co. KG aus Osnabrück eingespeist. Einer der wichtigsten Werbepartner der Eyeo GmbH ist peinlicherweise die QE GmbH & Co. KG, die diverse pornografischen Seiten betreibt. Dabei will doch Adblock Plus doch eigentlich Kinder vor „unerlaubten Inhalten“ mit ihrer Software schützen. Ob das dann wirklich gelingt bleibt mal dahingestellt.

Warum sich User einen Adblocker installieren

Eigentlich wollen User vor unerwünschter Werbung möglichst geschützt sein. Deshalb installieren sie sich auch einen Adblocker. Dabei wissen sie jedoch nicht, dass Adblocker Plus genau mit den Firmen zusammenarbeitet, die sich die User als Werbeeinblendung eigentlich gar nicht erst wünschen. Also warum das alles dann? Viele User fühlen sich inzwischen nach der Installation von Adblocker Plus aud den eben genannten Gründen getäuscht. Tim Schumacher ist nach seinem Ausscheiden aus der Sedo AG als finanzstarker „Business Angel“ unterwegs und auf Linkedin präsent. Zudem hat er sich bei der Ltd. von Christian Dommers beteiligt. Hier scheint sich für Insider der Kreis zu schließen. Tim Schumacher investiert sein Geld und Wissen auch bei aklamio.de. Dieses Portal finanziert sich angeblich über Freundschaftswerbung und das so genannte Cashback Verfahren. Mit Lars Hinrichs hat sich Schumacher zusammengetan und yieldkit gegründet. Lars Hinrichs ist der Gründer von XING. Hier wurden letztlich 750.000 Dollar investiert. Einen faden Beigeschmack haben die gesamten Kooperationen der Eyeo GmbH also auf jeden Fall, egal wie man es dreht und wendet. Yieldkit platziert Affiliate-Links im Text einer Webseite – und dies meist unentdeckt um User. Doch warum eigentlich diese Geheimniskrämerei? Ein Grund hierfür dürfte sicherlich in diversen so genannten „geschäftlichen Kooperationen“ liegen. Wenn Webseitenbetreiber einen Link von Yieldkit einbauen erhalten sie angeblich 30 Prozent des Umsatzes. Verschwiegen wird dann aber, dass diese Umsätze dem Webseitenbetreiber eigentlich selbst zustünden, wenn das Programm Adblock Plus dies nicht blockieren würde. Oliver Krone ist der Geschäftsführer von Yieldkit. Yieldkit steht derzeit im Fokus der Kritik vieler unabhängiger Beobachter. Bei der Installation der Software von Yieldkit sollte der User jedoch einige Dinge beachten. Denn die Werbeangebote werden von den Werbepartner von Yieldkit eingestellt. Und wer erhält dafür eine Provision? Richtig, Yieldkit und nicht der Webseitenbetreiber. Als User bzw. Webseitenbetreiber sollte man also immer für sich selbst entscheiden welche Add-ons man installiert. Ein kritisches Hinterfragen kann hier generell nicht schaden, damit man nicht ungewollt heimlich Geld bzw. Provisionen an andere weitergibt. Die von Yieldkit vollautomatisch im Text platzierten Links sind auf den ersten Blick von den nicht werbefinanzierten Links auf einer Website nicht zu unterscheiden. Der Webseitenbetreiber der Yieldkit also nutzt hat auf den ersten Blick also erst einmal keine Unterschiedsmöglichkeit zwischen den verschiedenen Werbungen, die hier geschaltet werden. Und hier liegt die Ursache für den Erfolg bei Firmen wie Adblock Plus. Sie machen sich die Unwissenheit und Unerfahrenheit vieler Webseitenbetreiber und User zu Nutzen – und das zu ihrem monetären Vorteil. Vor der Installation von Adblock Plus sollte sich der User also ganz genau überlegen, ob er nicht ein anderes Add-on wählen sollte. Eine kritische Überprüfung ist also immer angebracht.

Quelle: www.mobilegeeks.de

Über Andreas Kappler

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2 Kommentare

  1. Schön wäre es gewesen, wenn man die Alternativen aufgezeigt hätte, anstatt nur zu meckern.

  2. … oder man hätte geschrieben, wie man die „Nicht aufdringlicher Werbung zulassen“-Option ausschalten kann. Nämlich wie folgt:
    ABP Filtereinstellungen –> Filterabonnements –> Haken bei „Einige nicht aufdringliche Werbung zulassen“ entfernen.

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