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160.000 ältere Arbeitslose – einfach ignoriert

Das Thema Altersarmut will aus den Nachrichten einfach nicht weichen. Schon früh soll jeder Erwerbstätige damit beginnen, für die Rente zu sparen. Eine ausreichend hohe staatliche Rente haben viele bereits abgeschrieben. Ohne selbst etwas auf die Seite zu legen, rechnet sich kaum jemand noch einen schönen und vor allem reichhaltigen Lebensabend aus. Doch was ist eigentlich mit den Menschen, die kurz vor Renteneintritt stehen und keinen Job mehr finden? Arbeitslose, die aufgrund ihres Alters keinen Arbeitsplatz mehr finden? Der Umgang der Politik mit diesen Menschen ist nun massiv unter Beschuss geraten. Denn aus Statistiken fallen mehr als 160.000 ältere Arbeitslose einfach heraus.

Einfach nicht beachtet

Die Rheinische Post berichtet ausführlich über eine Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Fraktion, die der Zeitung vorliegt. Gemäß dieser werden 162.600 Menschen schlichtweg totgeschwiegen. Denn in der offiziellen Arbeitslosenstatistik tauchen diese älteren Arbeitslosen nicht auf.

Um genau zu sein, betrifft es Menschen über 58 Jahren, die über ein Jahr lang keinen Job mehr in Aussicht gestellt wurde. Fallen diese über 160.000 Menschen aus der Statistik, klingt diese gleich viel besser. Deshalb steht die Regelung bei den Grünen in der Kritik. Wie Brigitte Pothmer, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen erläutert, würden die zahlen älterer Arbeitsloser und Langzeitarbeitsloser systematisch kleingerechnet. Sei offiziell nur jeder sechste Arbeitssuchende über 55 Jahre alt, ist dies inoffiziell eigentlich fast jeder Vierte. Damit sei die Zahl seit 2012 um 27 Prozent gestiegen.

Wie die Sprecherin der Grünen fortfährt, seien diese älteren Arbeitslosen „aus der Statistik, aus dem Sinn“.

Sieht man einmal davon ab, dass es nicht im Sinne der Politik sein kann, die Situation von mehr als 160.000 Menschen zu leugnen, stellt sich auch die Frage, wie mit diesen verfahren werden soll. Die Arbeitslosenstatistik mag vielleicht ein Stück weit schöner klingen. Können sich diese nicht selbst versorgen, fallen sie doch spätestens beim Arbeitslosengeld und/oder weiteren Sozialleistungen wieder ins Gewicht.

Über Nicole Saelzle

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